Basel Klinik der kurzen Wege

Die erläuterten Themen wie etwa die Vollnarkose stießen auf großes Interesse bei den Besuchern. Fotos: Adrian Steineck Foto: Die Oberbadische

„Kommen Sie. Schauen Sie. Fassen Sie an. Fragen Sie.“ Dieser Aufforderung folgten am Samstag zahlreiche Besucher. Der neue Operationstrakt Ost des Universitätsspitals Basel wurde mit einem Tag der offenen Tür der Öffentlichkeit vorgestellt.

Von Adrian Steineck

Basel. Thomas Wolf drückt einen Knopf. Surrend dreht eine Maschine ihre Sensoren, und mit der Bewegung ändert sich auch die Abbildung des menschlichen Innenlebens auf dem Monitor. „Mit dem hier erstellten 3D-Bild sehen wir während einer Operation genau, wo der Katheter durchläuft“, beschreibt der leitende Arzt der Gefäß- und Transplantationschirurgie am Basler Unispital die Vorteile der neu eingerichteten Säle.

Insgesamt 16 OP-Säle umfasst der neue Operationstrakt Ost, davon zwei sogenannte Hybrid-Operationssäle. Für den Patienten habe dies laut Wolf den Vorteil, dass sie nicht mehr wie früher etwa zwischen der Radiologie und dem OP-Saal hin- und herwechseln müssen, sondern dass Röntgenbilder direkt während einer laufenden Behandlung erstellt werden können. Dadurch sei auch die Strahlenbelastung der Patienten geringer als vorher.

Etwa zwei Millionen Schweizer Franken kostet eines der neuen Geräte. „Das geht noch“, sagt einer der Besucher, und Wolf stimmt ihm zu: „Verglichen mit dem Nutzen ist das ein geringer Preis für die neue Technik.“

Auch für die OP-Schwestern bietet die neue Einrichtung Vorteile. „Unsere Wege werden kürzer, was angesichts der Tatsache, dass wir ohnehin jeden Tag etwa zehn bis 15 Kilometer zurücklegen, nicht zu unterschätzen ist“, bringt es eine im Gespräch mit unserer Zeitung auf den Punkt.

Groß ist das Interesse an diesem Samstag, einen Blick in den neu errichteten Operationstrakt Ost, der im Spitalgarten eingebettet zwischen dem Klinikum 1 und 2 liegt, zu werfen. Die Besucherströme werden so kanalisiert und geleitet, dass die Wartezeiten trotz der regen Resonanz kurz gehalten werden. Überall gibt es etwas zu schauen, von der Vollnarkose, die anhand einer Puppe erklärt wird, bis zum Blick durch das Mikroskop, der vor allem die jungen Besucher fasziniert.

Neubau nimmt im Frühjahr den Betrieb auf

Auch zu Krankheiten wie den verschiedenen Formen von Krebs gibt es Unterlagen und Erläuterungen.

Bei aller Technik und den medizinischen Fachbegriffen, die in den Erläuterungen der Ärzte und des Klinikpersonals auftauchen, werden die behandelten Themen publikumsfreundlich präsentiert. Die Besucher können vieles in die Hand nehmen, von der Gefäßzange, mit der während einer Operation der Blutfluss unterbrochen werden kann, bis zum Stent, also einer Gefäßstütze.

Den erklärenden Ärzten ist die Freude über die Neuerungen und das große Publikumsinteresse daran anzumerken, und auch an die Kinder wurde gedacht. So können diese im Verlauf des Rundgangs nach Dr. Bär, einem Teddy mit Mundschutz und OP-Kittel, suchen und dabei Stempel sammeln. Am Ausgang wartet dann ein kleines Geschenk auf sie.

Neben dem Neubau eines Gebäudes wurde auch der Zwischenbau an der Spitalstraße 17, der aus den 1970er-Jahren stammt, vollständig entkernt und saniert. Die Kosten für das gesamte Projekt, das vom Universitätsspital Basel ohne Zuschüsse des Kantons finanziert wurde, belaufen sich laut aktueller Prognose auf rund 142 Millionen Franken. Von der ersten Planung über die Kreditbewilligung bis zur Fertigstellung dauerte es rund zehn Jahre. Der neue Klinikbau umfasst neben den 16 Operationssälen die Operative Intensivbehandlung mit 26 Betten, einen Aufwachraum mit 22 Plätzen und eine zentrale Station für steriles Klinikmaterial. In Betrieb genommen wird er im März kommenden Jahres.

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