Basel Krise hat Folgen für Generationen

 Foto: Die Oberbadische

Basel - Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) mit Sitz in Basel warnt, dass selbst bei einem Ausbleiben einer zweiten Infektionswelle ein langer Weg aus der Rezession bevorsteht. „Der Anstieg aus den Tiefen der Krise könnte langwierig sein“, hieß es in dem jetzt veröffentlichten Jahresbericht der Dachorganisation führender Notenbanken der Welt.

Außerdem rechnet die BIZ mit einem starken Anstieg der Verschuldung sowie mit einer Pleitewelle, weil zahlreiche Firmen ihre Verluste aus der Hochphase der Corona-Krise nicht wieder wettmachen können. „Bestehende Geschäftsmodelle werden nicht mehr tragfähig sein“, hieß es weiter in dem Bericht.

Auch in der aktuell einsetzenden Phase einer konjunkturellen Erholung nach dem massiven Einbruch werden die Konsumausgaben nach Beurteilung der BIZ-Experten durch eine anhaltende Unsicherheit der Verbraucher gebremst. Darüber hinaus dürften viele Unternehmen wegen der Corona-Vorsichtsmaßnahmen weiterhin nicht mit der vollen Auslastung arbeiten, selbst wenn die Weltwirtschaft von neuen Ansteckungswellen verschont bleiben sollte.

Bilanzen der Banken leiden unter den Corona-Folgen

Außerdem dürften die Bilanzen von Geschäftsbanken unter den Folgen der Krise leiden, warnten die Experten. Sollten diese Verluste stark ausfallen, könnte die Fähigkeit der Geldhäuser beeinträchtigt werden, die konjunkturelle Erholung durch die Kreditvergabe zu stützen.

Nach Einschätzung der BIZ ist infolge der Krise mit einer generell schwachen Preisentwicklung zu rechnen. Wegen der trüben konjunkturellen Aussichten blieben die Inflationsrisiken kurzfristig nach unten gerichtet, heißt es in dem Bericht.

Vielmehr dürfte wegen der schwachen Nachfrage „der deflationäre Druck überwiegen“. Bei einer Deflation sinken die Verbraucherpreise, was die allgemeine wirtschaftliche Lage zusätzlich belasten kann. Wegen der schwachen Preisentwicklung müsse die Geldpolitik der Notenbanken weiter locker bleiben, schreiben die BIZ-Analysten. Auch wenn zahlreiche Industriestaaten mit gewaltigen staatlichen Konjunkturprogrammen gegen die Folgen der Krise ankämpften, könne der Druck auf die Zentralbanken steigen, in der Krisenpolitik noch einmal nachzulegen.

Krisenmaßnahmen sind schwierig zurückzunehmen

Darüber hinaus seien viele Krisenmaßnahmen der Notenbanken nur schwer wieder rückgängig zu machen, sollte die akute Phase der Wirtschaftskrise überstanden sein. „Die in vielen Ländern bereits rekordverdächtigen Bilanzen der Zentralbanken könnten noch weiter expandieren“, warnte die BIZ.

Nach ihrer Einschätzung dürfte die Corona-Krise zu einer „neuen Wirtschaftslandschaft“ führen, deren besonderes Merkmal eine viel höhere Verschuldung sein wird. Selbst in der Phase der konjunkturellen Erholung nach dem Corona-Einbruch könnte die Verschuldung insbesondere des öffentlichen Sektors weiter steigen.

Die Experten meinen daher, dass sich die Corona-Krise zu einem Ereignis entwickele, das eine ganze Generation beeinflussen werde.

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