Basel Krise nicht ungenutzt verstreichen lassen

Hopper war die erfolgreichste Ausstellung 2020. Bei der Eröffnung anwesend: Filmregisseur Wim Wenders, links im Bild Direktor Sam Keller und Kurator Ulf Küster Foto: Gabriele Hauger

Riehen - Wie für die meisten Kulturinstitutionen war 2020 auch für die Fondation Beyeler ein schwieriges Jahr. Die Bilanz liegt weit unter den Erwartungen, aber auch deutlich über den Befürchtungen. Museumsschließungen, Reisebeschränkungen und andere durch die Corona-Pandemie erforderlich gewordene Maßnahmen haben Programm und die Besucherzahlen massiv beeinträchtigt, heißt es in einer Pressemitteilung.

Rekordinteresse fürs Digitale

Zwei große Ausstellungen und Hunderte von Veranstaltungen, Führungen und Workshops mussten verschoben oder abgesagt werden.

Trotzdem sei es gelungen, vor Ort wie auch online ein attraktives und vielseitiges Programm anzubieten. Als das meistbesuchte Kunstmuseum der Schweiz verzeichnete die Fondation Beyeler 2020 trotz Corona-Krise 291 604 Besucher.

Die digitalen Kunstvermittlungsangebote stießen mit über einer Million Webseite-Besuchen und zweistelligen Zuwachsraten in den sozialen Medien auf ein Rekordinteresse.

203 Mitarbeiter konnten trotz zeitweiliger Kurzarbeit weiterbeschäftigt werden. Für 2021 plant die Fondation Beyeler ein volles Programm in der Hoffnung, in Zeiten der Krise zum Wohle der Besucher und zum kulturellen Aufschwung beitragen zu können.

Bis Mai ist noch die Ausstellung „Rodin / Arp“ zu sehen, im Frühjahr und Sommer unterzieht „Olafur Eliasson“ das Museum einer Verwandlung, im Herbst folgen mit „Goya“ und „Close-Up“ weitere Höhepunkte. Die Tanzperformance von Anne Teresa De Keersmaeker im Januar/Februar muss coronabedingt verschoben werden. Der geplante Artist Talk mit der Choreografin findet am Donnerstag, 11. Februar, um 20 Uhr, online statt.

Direktor Sam Keller charakterisiert das Corona-Jahr aus Museumssicht mit den Worten „Glück im Unglück“, „Keine Krise ungenutzt verstreichen lassen“ und „Im Regen tanzen“.

Die meistbesuchte Ausstellung war „Edward Hopper“. 255 001 Besucher erfreuten sich laut Mitteilung an den Bildern, die während der Coronakrise unerwartet an Aktualität und Bedeutung gewonnen haben.

Bei den Social-Media- und Online-Aktivitäten ist die Fondation Beyeler nach wie vor führend unter den Schweizer Kunstmuseen, mit 138 000 Instagram-Followern rangiert sie sogar europaweit auf Platz eins unter allen deutschsprachigen Kunstmuseen. Auf der Webseite wurden mit 1 115 981 Unique Visitors mehr als ein Drittel mehr Besuche als im Vorjahr verzeichnet.

Neu: Kunstvermittlung für die Kleinsten

2020 wurden 28 öffentliche Kulturveranstaltungen durchgeführt, etwa halb so viele wie in den Vorjahren. 2020 konnten trotz pandemiebedingter Einschränkungen insgesamt 693 Führungen und Workshops durchgeführt werden, darunter auch Führungen für besondere Zielgruppen.

198 Schulklassen besuchten die Fondation Beyeler und nahmen aktiv am Vermittlungsprogramm teil. Neu bot die Kunstvermittlung auch spezielle Formate für ganz Kleine an: unter anderem den Erzählteppich für Drei- bis Sechsjährige sowie ein vierteiliges Angebot für Kindergartenklassen, das großen Anklang fand.

Mit Angeboten über die Sommermonate, darunter performative Führungen und Kunststationen im Park, wurde der Außenraum vermehrt für die Vermittlung genutzt. Verschiedene Online-Angebote ermöglichten es, von zu Hause aus an kreativen Workshops teilzunehmen.

Insgesamt haben rund 32 000 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene von kostenlosen Programmen und vergünstigten Eintritten – insbesondere vom Gratiseintritt bis 25 Jahre – profitiert.

Für die museumseigene Sammlung wurden fünf Werke von fünf Künstlern angekauft: Leonor Antunes, Enrico David, Peter Fischli und David Weiss sowie Rachel Whiteread. Von Leonor Antunes und Marlene Dumas erhielt die Fondation eine Schenkung von je einem Werk.

Der Fokus der Restaurierungsabteilung lag im Jahr 2020 auf der Lancierung eines umfangreichen, auf drei Jahre angelegten Konservierungsprojekts zu sieben Gemälden Piet Mondrians.

Ellsworth Kellys im Berowerpark installierte Außenskulptur White Curves, 2001, wird zurzeit in den USA umfassend restauriert. 48 Sammlungswerke wurden 2020 im Rahmen der regulären Konservierungsarbeiten am Museum untersucht, und an 17 wurden Restaurierungs- und Konservierungsmaßnahmen durchgeführt.

Die erstmalige Gesamtschließung des Museums wurde auch für eine umfangreiche Pflege und ein Monitoring der ausgestellten Sammlungswerke in situ genutzt.

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