Basel Kündigungswelle bei Novartis

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Der Novartis-Campus am Basler Rheinufer. Foto: Michael Werndorff

Pharma-Riese Novartis entlässt in den nächsten drei Jahren in der Schweiz mehr als jeden zehnten Angestellten: Schweizweit fallen 1400 von 11 600 Jobs weg; der Hauptsitz in Basel mit seinen aktuell 9500 Stellen soll besonders betroffen sein.

Zürich/Basel (awp/ov). Als erstes hatten Zeitungen der Tamedia-Gruppe am Dienstagabend über den Stellenabbau berichtet; mittlerweile hat Novartis der Öffentlichkeit die Informationen bestätigt. Seine Mitarbeiter hatte das Unternehmen am Dienstag erstmals im Detail über die Kündigungswelle informiert.

Von den Stellenstreichungen betroffen sind sämtliche sieben Schweizer Novartis-Standorte. Weltweit will der Pharmakonzern 8000 der insgesamt 108 000 Stellen streichen.

Der Konzern hatte Anfang April eine umfassende Restrukturierung angekündigt, mit der Novartis bis 2024 mindestens eine Milliarde Dollar einsparen und zu einer der Top-5-Pharmafirmen in den USA avancieren will. Kernstück ist die Zusammenlegung der bisher getrennten Sparten „Innovative Pharmaprodukte“ und „Krebsmedikamente“. Dadurch sei die operative Basis des Unternehmens künftig nur für eine Geschäftseinheit zuständig, heißt es aus dem Unternehmen.

Die neue Struktur werde schlanker und einfacher sein – „und in der Konsequenz bedauerlicherweise zu einem unternehmensweiten Stellenabbau führen“, heißt es in einer E-Mail an die Mitarbeiter.

Weltweit fallen 8000 Stellen weg

„Novartis kommt bei der Umsetzung dieser Veränderungen in der gesamten Organisation zügig voran und hat die Ernennung der meisten Führungsteams auf globaler Ebene bereits abgeschlossen“, so das Unternehmen weiter.

In der Schweiz seien die formellen Konsultationen mit der Arbeitnehmervertretung auf Nicht-Management-Ebene und die Konsultationen mit dem Management der betroffenen Bereiche bereits im Gange. Man sei sich der Auswirkungen dieser Veränderungen auf die Mitarbeiter bewusst und stelle sicher, dass alle Anforderungen hinsichtlich der Konsultation erfüllt würden, gegebenenfalls über Vertretungsgremien, sagte ein Unternehmens-Sprecher.

Grund für die Umstrukturierung ist, dass die Verwaltung von Novartis bislang sehr kostenintensiv war. Die Kosten lägen weit über denen der Mitbewerber, heißt es in dem Schreiben weiter. Dadurch sei Novartis bei Investitionen in Forschung und Entwicklung oder Lizenzen eingeschränkt.

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