Basel Kulturgüter auf Herkunft untersucht

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Auch das Naturhistorische Museum in Basel macht mit.                                                                                                                                                                                                                    Foto: zVg/Museum

Der Regierungsrat von Basel-Stadt hat drei wegweisende Entscheide zu den Herkünften von Kulturgütern in den Beständen vom Kunstmuseum Basel, dem Naturhistorischen Museum Basel und dem Historischen Museum Basel gefällt.

Basel (sda). Die Erforschung der Herkunft von Objekten oder Sammlungsbeständen ist in den fünf kantonalen Museen Basels ein unverzichtbarer Bestandteil der Museumsarbeit. Im Fokus stehen ein dialogisches Vorgehen auf der Suche nach fairen Lösungen, wobei auch die Interessen des Kantons gewahrt werden müssen, wie es in einer Mitteilung heißt.

Um in Zukunft noch aktiver und noch systematischer an diese zentrale Aufgabe der Museumsarbeit herangehen zu können, hat der Regierungsrat ab dem kommenden Jahr 250 000 Franken für Provenienzforschung eingeplant.

Wegweisend ist die neue Strategie des Antikenmuseums Basel, das seine Sammlung in zeitgemäßer Weise auf ihre Herkunft beforschen will. Das Museum der Kulturen Basel macht mit wichtigen Projekten deutlich, wie den Herausforderungen der Provenienzforschung im kolonialen Kontext begegnet werden kann.

Die proaktive Provenienzforschung hat erste Resultate hervorgebracht: Das Kunstmuseum Basel deckte die NS-verfolgungsbedingte Herkunftsgeschichte einer spätmittelalterlichen Apokalypse-Darstellung in seiner Sammlung auf.

Aus eigenem Antrieb arbeitete es die Herkunftsgeschichte dieser Schenkung auf.

Dabei wurde klar, dass der seltene Druck im Zuge des NS-Regimes der Josefine und Eduard von Portheim-Stiftung in Heidelberg zwangsweise entzogen und danach verkauft wurde. Das Kunstmuseum und die von Portheim-Stiftung einigten sich auf eine „gerechte und faire Lösung“ im Sinne der Washingtoner Erklärung: Das Werk wird restituiert, bleibt aber – auf Vorschlag der Stiftung – als Dauerleihgabe im Kunstmuseum Basel.

Schädel von Aborigines zurück nach Australien

Der Regierungsrat von Basel-Stadt stimmt weiterhin zu, dass zwölf Schädel und eine Haarprobe von Aborigines aus der Sammlung des Naturhistorischen Museums Basel in ihre Heimat zurückgeführt werden, wie nun berichtet wurde. Er kommt damit einem Gesuch Australiens nach. Die australische Regierung wertet die Rückführung als wichtiges Versöhnungszeichen an die indigene Bevölkerung.

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