Basel Lehren aus der Pandemie ziehen

Um die deutsch-schweizerischen Wirtschaftsbeziehungen ging es bei einer Videokonferenz mit Akteuren von beiderseits der Grenze, zu der der Wirtschaftsrat der CDU eingeladen hatte. Die Referenten um Céline Widmer, Zürcher Nationalrätin und Präsidentin der Delegation für die Beziehung zum Deutschen Bundestag, und dem heimischen Bundestagsabgeordneten Felix Schreiner, Vorsitzender der Deutsch-Schweizerischen Parlamentariergruppe im Bundestag, beleuchteten dabei auch die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die regionale Wirtschaft.

Von Adrian Steineck

Regio. Ihr sei das Ausmaß der Grenzschließungen erstmals richtig bewusst geworden, als sie auf einem Fahrradweg in der Nähe zur deutschen Grenze auf einmal einen Schlagbaum gesehen habe, sagte Céline Widmer. Die in Zürich lebende Nationalrätin erinnerte auch daran, dass in der Limmat-Metropole sieben Prozent der Einwohner aus Deutschland kommen und diese damit die größte Gruppe an Menschen aus dem Ausland bilden. „Die Grenzschließungen im Zuge der Corona-Pandemie waren ein einschneidendes Erlebnis“, sagte Huber und appellierte an die Zuhörer, dass man daraus für kommende Pandemien lernen müsse: „Wir versprechen, alles daran zu setzen, dass das nie wieder in diesem Ausmaß auf uns zukommt.“

Dass die Grenzschließungen „am Thema vorbeigegangen“ seien, legte Felix Schreiner, Vorsitzender der Deutsch-Schweizerischen Parlamentariergruppe im Bundestag, dar. „Das Coronavirus spricht weder Schweizerdeutsch noch Badisch“, sagte er. Angesichts von 40 000 Grenzgängern, die aus den Landkreisen Lörrach und Waldshut in die Schweiz pendeln, und 10 000 Arbeitsplätzen, die vom Einzelhandel abhängig sind, hätte man hier zu anderen Lösungen kommen müssen, sagte er mit Blick auf die grenzüberschreitende Zusammenarbeit im Gesundheitsmanagement. Widmer ergänzte, dass aufkommender Nationalismus in Corona-Zeiten mit das Gefährlichste sei: „Wenn wir nur die Schweizer impfen, dann haben wir die Pandemie nicht besiegt.“

Zuversichtlich zeigte sich Paul R. Seger, der Schweizer Botschafter in Deutschland. Angesichts der derzeitigen Impffortschritte werde der diesjährige Sommer in der Grenzregion ein anderer sein als der Sommer 2020. „Bis in etwa acht bis zwölf oder auch 16 Wochen werden wir diese Epoche als etwas mühsame Geschichte abhaken können“, sagte er in der Hoffnung auf die durch die Impfungen erreichbare Herdenimmunität gegen das Coronavirus.

Dass die deutsch-schweizerischen Handelsbeziehungen enormes Wirtschaftsvolumen mit sich bringen, das machte Stefanie Luckert von der Vereinigung Schweizerischer Unternehmen in Deutschland (VSUD) zu Beginn deutlich. So habe die Schweiz im Jahr 2020 den siebten Platz bei den Handelspartnern Deutschlands belegt, bei den Handelspartnern für Baden-Württemberg den ersten Platz. Im Jahr 2019 sind insgesamt 95 Milliarden Euro an Handelsvolumen angefallen, davon 30 Milliarden im Handel mit Baden-Württemberg. Die VSUD berät Schweizer Unternehmen, die in Deutschland tätig sind.

Manches auch beibehalten

Am Ende der gut einstündigen Videokonferenz ging Schreiner darauf ein, dass die Corona-Pandemie durchaus auch positive Effekte zeitige. „Früher hätten wir mit viel Mühe einen Termin und einen Treffpunkt finden müssen, an dem wir alle an einen Tisch bringen können“, sagte er mit Blick auf die Liste der Teilnehmer. Heute hingegen könne man sich aus seinem Büro heraus Zeit nehmen für ein Gespräch via Video-Schaltung. Er könne sich gut vorstellen, dass es hier nicht zuletzt bei den Unternehmen ein Umdenken gebe, das auch nach Corona Auswirkungen habe, etwa in Bezug auf die Heimarbeit.

Zu den Teilnehmern der Konferenz gehörten unter anderem auch Hans-Joachim Friedrichkeit, Sprecher der Sektion Lörrach-Müllheim des Wirtschaftsrats, und Theodor Sproll, Rektor der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) in Lörrach.

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