Basel Leitbild für das neue Stadtquartier

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Das Klybeckareal hat jetzt ein Leitbild. Foto: zVg

Das Transformationsprojekt „Klybeck plus“ ist einen Schritt weiter: Am Dienstag haben die Projektpartner Basel-Stadt und die Investoren das Leitbild für das neue Stadtquartier auf dem 30 Hektar großen ehemaligen Industrieareal in Kleinbasel präsentiert.

Basel (sda). Das Leitbild soll aufzeigen, wie die bisher durch den Industrieriegel getrennten Quartiere Matthäus und Klybeck miteinander verbunden werden können und wie sich das Quartier mit Wohnraum, Gewerbeflächen und Freiräumen entwickeln könne, wie die Projektpartner am Dienstag mitteilten. Neben dem Kanton Basel-Stadt sind das die beiden Investoren Klybeq Swiss Life und Rhystadt der Beteiligungsgesellschaft Central Real Estate Holding.

Das 140 Seiten starke Leitbild soll Orientierungsrahmen sein für die Bebauungspläne, die in den nächsten Jahren entstehen. Es zeige die Eckpunkte der Quartierentwicklung auf, in die auch die in Beteiligungsveranstaltungen eruierten Anregungen der Bevölkerung eingeflossen seien.

Grundsätzlich soll auf dem ehemaligen Industrieareal ein „offener, grüner und durchmischter Stadtteil“ mit Wohnungen für 8500 Menschen und Raum für 7500 Arbeitsplätze entstehen. Dazu kommen zwei Primarschulen sowie sieben Doppelkindergärten. Angestrebt werde ein Vorzeigequartier mit einer „stadtverträglichen Mobilität sowie den Erfordernissen einer klimaangepassten Stadt“, hieß es.

Mehrfach wird im Leitbild das Vorbild der verkehrsberuhigten und begrünten öffentlichen Wohnzimmer „Superilla“ nach dem viel beachteten Muster der Stadtentwicklung in Barcelona genannt.

Backsteinbauten aus der Gründerzeit erhalten

Gleichzeitig soll im neuen Quartier die Geschichte als ehemaliges Industriequartier sichtbar bleiben. So wurden neun Bauten und Ensembles als schutzwürdig deklariert. Dazu gehören unter anderem das markante Produktionsgebäude K 90 und die ehemalige Ciba-Betriebskantine am zukünftigen Knotenpunkt Klybeckplatz sowie Gründerzeit-Backsteinbauten entlang der Mauerstraße.

Zusätzlich zu den neun schutzwürdigen Bauten sollen zehn weitere Gebäude als baugeschichtliche Reminiszenz auf dem Areal erhalten bleiben. Diese befinden sich verstreut auf dem ganzen Entwicklungsgebiet.

Das Leitbild vermittelt rund um die erhaltenswerten Bauten ein bereits ziemlich konkretes städtebauliches Bild. So soll der zentrale Verkehrsknotenpunkt Klybeckplatz von Hochhäusern mit Wohnungen und öffentlichen Dienstleistungsangeboten gesäumt werden.

Im Süden des Areals sollen neben dem Solitär des geschützten ehemaligen Ciba-Hochhauses am Rhein Wohntürme eingestreut werden, während im Norden niedrigere Blockrandbebauungen mit öffentlichen Höfen eingeplant sind. Entlang der Mauerstraße im Osten ist in den und um die Ziegelbauten aus der Gründerzeit ein Gewerbeareal geplant.

Viel Wert legen die Verfasser des Leitbilds – neben den Projektpartnern waren auch Architekten und Landschaftsplaner beteiligt – auf die neuen Freiräume. Entlang des Rheins und des nördlich des Areals in den Rhein mündenden Flusses Wiese sollen neue öffentliche Grünflächen respektive lang gezogene Parkanlagen entstehen. Eine neue „Klybeckmatte“ im Norden des Areals soll zudem für eine grüne Verbindung zwischen den beiden Flüssen sorgen.

1800 neue Bäume und ein Biotop

Dazu kommt auf dem Areal des ehemaligen, „Gleisharve“ genannten Bahn-Rangierplatzes ein Biotop, das im Inventar der schützenswerten Naturobjekte eingetragen ist. Zu den 300 bereits stehenden geschützten Bäumen auf dem Areal sollen gemäß Leitbild 1800 neue gepflanzt werden.

Gemäß Leitbild soll ein Drittel der neu entstehenden Wohnungen „preisgünstig“ sein. Angestrebt werde ein Anteil von 25 Prozent an gemeinnützigen Wohnbauträgern.

Der Bericht blendet aber aus, dass in Basel-Stadt eine Volksinitiative mit dem Namen „Basel baut Zukunft“ aktiv ist, die einen 50-prozentigen Anteil von Wohnungen fordert, die nach dem weniger renditeorientierten Prinzip der preisgünstigen Kostenmiete erstellt werden sollen.

Das Leitbild ist als Grundlage für die weitere Planung gedacht. Dazu gehöre ein städtebaulicher Vertrag zwischen dem Kanton und den Grundeigentümern, notwendige Zonenplanänderungen sowie Bebauungspläne, über die der Große Rat zu befinden habe, hieß es.

Geplant sei eine rollende bauliche Umsetzung der Pläne in einem Realisierungshorizont von mehr als 20 Jahren.

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