Basel Maßnahmen konsequent einhalten

Schulkinder ab zehn Jahren müssen seit Mittwoch im Baselbiet während des Unterrichts eine Maske tragen. Foto: Die Oberbadische

Liestal/Basel (boz/sda) - Die in England und Südafrika festgestellten Coronavirus-Mutationen scheinen um ein Vielfaches infektiöser zu sein als die bekannten Varianten. In Großbritannien wurde nachgewiesen, dass die Mutante B117 sich zuerst unter Schülern verbreitete. Auch im Baselbiet hat sich ein Grundschulkind jetzt mit einer mutierten Virusvariante angesteckt – mit Folgen für den dortigen Schulbetrieb.

In einer Grundschule der Baselbieter Gemeinde Oberwil wird der Präsenzunterricht wegen einer Häufung von Coronavirus-Ansteckungen eingestellt. Seit gestern bis zum 5. Februar wird an der Grundschule Thomasgarten Fernunterricht erteilt. Eine flächendeckende Schulschließung gibt es in den beiden Basel bislang aber noch nicht.

Wie der kantonale Krisenstab mitteilte, fielen 21 PCR-Speicheltests bei den Klassenkameraden und den Familienangehörigen des betroffenen Kindes bislang positiv aus. Ob sich diese Personen mit dem bereits bekannten Coronavirus oder mit einer neuen Variante angesteckt haben, steht laut Krisenstab noch nicht fest. Klarheit solle erst nächste Woche bestehen.

Umstellung auf den Fernunterricht

Mit der Umstellung auf Fernunterricht wird an der Oberwiler Grundschule eine Maßnahme ergriffen, welche die Baselbieter Regierung eigentlich verhindern wollte. Sie hat deshalb am vergangenen Dienstag die Maskentragpflicht für Schulkinder ab zehn Jahren beschlossen, die seit Mittwoch in Kraft ist. Zuvor galt in den Baselbieter Schulen erst ab zwölf Jahren eine Maskenpflicht.

Die Schüler der weiterführenden Schulen müssen dagegen auf dem Schulgelände und im Gebäude eine Maske tragen, auch in den Unterrichtsräumen und den Räumen der Tagesstruktur. Die Schulen stellen diese zur Verfügung.

Die Gefahr, dass sich die neuen Virusmutationen besonders in den Schulen ausbreiten könnten, bewog auch die Bundesregierung zur Entscheidung, in Deutschland die Schulen flächendeckend geschlossen zu halten und ganz auf den digitalen Unterricht zu setzen. Dass die Schulen in den Nachbarkantonen der Schweiz weiterhin offen sind, mag für den einen oder anderen Bürger diesseits des Rheins aufgrund der Grenznähe beunruhigend erscheinen.

Es gibt zudem aktuelle Berichte aus England, dass sich die dortige Virusmutation bei Kindern sehr stark ausbreiten soll.

„Wie stark und wie rasch sich die neue Virusmutation in der Schweiz ausbreiten wird, ist noch unklar. Entscheidend wird auch sein, ob und wie gut die bisherigen Schutzmaßnahmen auch bei diesen Mutationen greifen oder ob zusätzliche Interventionen notwendig sind“, erläutert der Basler Kantonsarzt Thomas Steffen auf Anfrage unserer Zeitung.

Aus diesem Grund beobachteten die medizinischen Dienste die ernste Situation genau und versuchten, Fälle von der neuen Virusmutation früh aufzuspüren.“ Zur Lage im Kanton Basel-Stadt gibt Steffen aber erst einmal Entwarnung: „Aktuell sehen wir in den Schulen in Basel-Stadt keine Fallhäufungen, insbesondere sind Virusübertragungen im Unterrichtszimmer noch immer sehr selten.“

Negative Auswirkungen einer Schulschließung wiegen schwer

Sollte man jetzt dem Beispiel Deutschlands nicht auch in der Schweiz folgen und im Dreiland auf ein abgestimmtes Vorgehen bei der Eindämmung einer ansteckenderen Virus-Variante setzen? Dazu äußert sich Steffen wie folgt: „Die Basler Schulen haben gute Schutzkonzepte entwickelt, die funktionieren. Wir gewichten die negativen Auswirkungen einer Schulschließung auf die Kinder in der aktuellen Lage weiterhin stärker als der mögliche positive Einfluss auf die Pandemieentwicklung.“ Insgesamt sei es wünschenswert, wenn möglichst viele Maßnahmen überregional abgestimmt seien.

Keine Schnelltests für Schüler und Lehrer

Wie in den Heimen für Schüler und Lehrpersonal nun Schnelltests durchführen zu lassen, kommt für Steffen derzeit nicht in Frage. „Wichtiger als Schnelltests im Sinne eines spezifischen Screenings an Schulen sind gut funktionierende Schutzkonzepte an Schulen, die konsequent eingehalten werden. Ebenso, dass Schüler sowie Lehrpersonen mit Krankheitssymptomen die Schule nicht besuchen und sich testen lassen“, meint der Gesundheitsfachmann.

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