Basel Meister beim Mehrweggeschirr

Take-away ist für viele Abfallmengen verantwortlich. Foto: sba/Alexander Heinl

Basel/Bern  -  In Schweizer Städten ist das Handlungsbewusstsein für die Ausmerzung von Abfallbergen aus Einwegverpackungen sehr unterschiedlich ausgeprägt. Musterknaben sind laut einer Greenpeace-Studie Basel und Bern, Muffel sind Zürich, Zug, Chur, Frauenfeld und Schaffhausen.

Die vergleichende Studie von Greenpeace Schweiz hat das Mehrweg-Verhalten der bevölkerungsreichsten Kantonshauptstädte unter die Lupe genommen. Es liegen Resultate aus 14 Städten vor.

Die Spitze des Rankings zieren unangefochten Basel und Bern mit jeweils der Note 5,5. „Auf einem guten Weg“ sind laut Studie auch Freiburg und St. Gallen mit der Note 4,0. „Keine nennenswerten Anstrengungen unternommen“ haben bisher Zürich, Zug, Chur, Frauenfeld und Schaffhausen (alle 2,0). „Gemischt“ ist die Bilanz im Mittelfeld in Lausanne, Genf, Luzern, Sitten und Neuenburg (2,5 bis 3,5).

Die Schweiz sei der viertgrößte Abfallproduzent pro Kopf und Jahr in Europa, schreibt Greenpeace in einer Mitteilung zur Studie.

Kunststoff großes Problem

Einen großen Teil der Abfälle machten Einwegverpackungen aus Kunststoff oder anderen Materialien aus. Davon seien die Städte direkt betroffen: Sie müssten die Hausabfälle entsorgen und gleichzeitig immer mehr Abfälle und Littering im Takeaway-Bereich bewältigen.

In diesem Zusammenhang komme der Vermeidung von Abfall eine zentrale Rolle zu. Die Städte könnten mit entsprechenden Strategien und Sensibilisierungsmaßnahmen entscheidend dazu beitragen, in ihrem Einflussbereich den Einsatz von Mehrwegsystemen zu fördern, schreibt Greenpeace.

Im Gesamtüberblick kämen die Städte Basel und Bern „dem Ideal einer Mehrwegstadt“ schon ziemlich nahe. Sie seien in vielen Bereichen bereits führend und zeigten, dass es auch anders gehe als in der Schlussgruppe, wo bisher keine nennenswerten Anstrengungen unternommen worden seien, um Mehrweglösungen zu etablieren.

Vorgaben bei Kantinen

Punkten konnten die Städte namentlich, wenn sie für bewilligungspflichtige Veranstaltungen auf öffentlichem Grund die Vorgabe machen, Verpflegung und Getränke nur in Mehrweggeschirr und -bechern zu verkaufen. Die Herausgabe von Getränkeflaschen nur gegen Pfand gab ebenfalls Pluspunkte. Positiv angerechnet wurden weiter Beratungsangebote oder, wenn für kleinere Veranstaltungen auch Infrastruktur zur Verfügung gestellt wird.

Punkten kann auch, wer Mahlzeiten zum Mitnehmen ausschließlich mit mehrfach verwendbarem Geschirr verkauft und seine Schwimmbäder, Schulmensen oder Museen in den Pachtverträgen vorschreibt, lediglich Mehrweggeschirr zu verwenden. Das wird laut Greenpeace in Basel und Bern „mustergültig umgesetzt“.

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