Basel - Das Alarmeinheit der Kantonspolizei Basel-Stadt ist ab Frühjahr elektrisch unterwegs: Die ersten für die Polizei umgebauten Teslas sind nun in Basel eingetroffen und wurden am Donnerstag der Öffentlichkeit vorgestellt.

Von einem Versuchsballon will Feldwebel Bruno Carnot nicht sprechen, gleichwohl betrete man mit dem Fahrzeugmodell Tesla X 100D Neuland, sagte der Polizeibeamte im Gespräch mit unserer Zeitung. In enger Abstimmung mit den operativen Einheiten der Polizei und Autohersteller sei das Einsatzfahrzeug für den Dienst auf Basels Straßen während 14 Wochen in den Niederlanden ausgerüstet worden. Dabei flossen auch Anregungen der Beamten mit ein, und man stand mit der Luxemburger Polizei in Kontakt, die ebenfalls Tesla-Fahrzeuge in ihrer Flotte hat, wie Carnot erklärte. Eingebaut wurden etwa das Funksystem und die Bedienung für Blaulicht und Horn. Bei den Farben setzt die Polizei weiter auf Gelb und Blau.

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Ausbau kostete rund 140.000 Franken

Mit polizeilichem Ausbau kostet so ein neues Fahrzeug laut Polizeikommandant Martin Roth rund 140 000 Franken. Das sind fast 50 000 Franken mehr als ein vergleichbares Dieselauto samt Ausbau. Mit Blick auf die gesamten Betriebs- und Unterhaltskosten sei es hingegen günstiger. Zudem sei der Wiederverkaufswert höher.

Gegenüber den bisherigen Fahrzeugen von Mercedes, die nach und nach ausgemustert werden sollen, verfügen die Teslas zudem über mehr Stauraum. „Helme, die bisher auf dem Arrestanten-Sitz transportiert wurden, können so etwa im vorderen Kofferraum unter der Motorhaube untergebracht werden“, erklärte Bruno Carnot von der Kantonspolizei.

Das neue Polizeiauto hat pro Stunde Aufladung eine Reichweite von rund 85 Kilometern. Im Durchschnitt seien die Fahrzeuge laut Carnot zwischen 100 und maximal 200 Kilometer pro Tag unterwegs. Je zwei Ladestationen wurden in den Polizeiwachen Clara und Kannenfeld sowie im Basler Zeughaus erstellt. Die Sicherheit der Elektronik, etwa gegen Hackerangriffe, sei vergleichbar mit Nicht-Elektro-Autos.

Die Alarmeinheit ist das Ersteinsatzelement bei polizeilichen Interventionen – die „Speerspitze der Patrouillen“, wie Roth weiter sagte. Eingesetzt wird es etwa auch bei einer Verfolgungsfahrt alias „Nacheile“ auf der Autobahn. Die Fahrzeuge müssen daher über eine hohe Motorleistung und Vierradantrieb verfügen.

Mit dem Tesla die richtige Wahl getroffen

Die Verantwortlichen zeigten sich zuversichtlich, dass man mit dem Tesla die richtige Wahl getroffen habe. „Nach Abwägung der Vor- und Nachteile haben wir uns von einer mutigen Entscheidung nicht abbringen lassen“, erklärte Sicherheitsdirektor Baschi Dürr auf Nachfrage. Gerade für den Stop-und-Go-Verkehr in der Stadt sei der Tesla optimal geeignet.

In der Vergangenheit hat das Vorhaben für reichlich Kritik gesorgt. Auch innerhalb der Polizei habe es Gegner wie Befürworter gegeben, weiß Carnot. Mittlerweile überwiege bei den Beamten aber Stolz, Teil des Projekts zu sein, dessen Planungen sich über ein Jahr erstreckten. Nun müssten die Beamten am Fahrzeug ausgebildet werden. Erste Einsatzfahrten beginnen im Frühjahr.