Basel Nach Sizilien spazieren

Die Oberbadische, 09.10.2017 17:00 Uhr

Von Heiko Trefzger

„Ein Spaziergang nach Sizilien.“ So äußert sich der Basler Alex Scherz zu seinem aktuellen Vorhaben, zu dem er am Montag vor einer Woche aufgebrochen ist.

Basel. Der 44-Jährige Ultramarathonläufer verfügt über ausreichend Lauferfahrung. So hat er bereits am „MDS – Marathon des Sables“, der in sechs Etappen 230 Kilometer durch die marokkanische Wüste führt und am Ultramarathon „Brasil 135+“ mit einer Länge von 217 Kilometern in Brasilien erfolgreich teilgenommen. Zu seinen Höhepunkten gehört auch der Badwater Ultramarathon, der vom tiefsten Punkt der USA im Tal des Todes zum Mount Whitney Portal führt und zu den härtesten Ultramarathons der Welt zählt.

Dennoch sind die 1700 Kilometer, die der Basler von seinem Wohnort Oberwihl bis nach Syrakus auf Sizilien zu Fuß derzeit zurücklegt, eine neue Herausforderung. Diese liege insbesondere im Bewältigen der täglichen Kilometer sowie in der nötigen Organisation, die der „Spaziergang“ mit sich bringt. So reist der Ultramarathonläufer mit leichtem Gepäck, nächtigt entweder im eigenen Zelt oder Unterkünften, die er unterwegs ausfindig machen muss.

Auch sei es manchmal spannend, den richtigen Weg zu finden. Und trotz GPS-Gerät könne es schon einmal vorkommen, dass man sich ein bisschen verlaufe. Die Inspiration holte sich Scherz aus dem Buch „Der Spaziergang nach Syrakus im Jahre 1802“ vom Johann Gottfried Seume, über das er bereits im Jahr 2009 während eines Krankenhausaufenthaltes einen Bericht im Fernsehen gesehen hatte. Somit kam der „Spaziergang“ auf seine Liste mit Dingen, die er tun will. Insgesamt sieben Wochen hat der Basler für seine Tour geplant, was einen Tagesschnitt von 35 Kilometern macht. Doch diesen kann Scherz bislang gut halten. So hatte er innerhalb von zehn Tagen bereits die Schweiz durchquert. Jeden Tag 40 Kilometer seien machbar, und der Rekord liege bislang bei 57 Kilometern an einem Tag. So bleibe Zeit für das Anschauen von Sehenswürdigkeiten, denn die Eindrücke, die man als Wanderer mitnehme, seien besonders intensiv. „Es ist wie Fernsehschauen und dabei zu laufen“, schwärmt der Sportpsychologe.

Während die Alpenüberquerung über den Grimsel- und Nufenenpass ganz fix ging, waren die größten Rückschläge auf der Wanderung bislang eine Doppelblase am Fuß und das bergige Gelände im Tessin.

Noch geht es Scherz körperlich super, wie er mitteilt. Bleibt zu hoffen, dass es im wahrsten Sinne des Wortes auch weiterhin so gut für ihn läuft.

 
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