Basel Nachhaltigkeit wird großgeschrieben

Michael Werndorff
Die alte Garage der Basler Verkehrs-Betriebe hat ausgedient. Hier enststeht ein Neubau, der ganz auf die Bedürfnisse der neuen E-Bus-Flotte ausgelegt ist. Foto: Michael Werndorff

Die Basler Verkehrs-Betriebe werden in den kommenden Jahren ihre gesamte Fahrzeugflotte auf E-Betrieb umstellen: Hierzu braucht es nicht nur spezielle Ladestationen: Auch die alte Garage Rank muss einem Neubau weichen.

Die Basler Verkehrs-Betriebe (BVB) starten mit dem Abriss ihrer alten Busgarage Rank. An deren Stelle soll bis zum Jahr 2027 und mit Wiederverwendung möglichst vieler Bauteile die neue, auf die Elektro-Busflotte ausgerichtete Garage entstehen wie die BVB jetzt mitteilten.

Die heutige Garage entspreche nicht den Anforderungen für ein Zentrum für Elektrobusse und sei zudem zu klein, heißt es. Der Neubau der Busgarage kostet rund 161 Millionen Franken.

Moderne Anlage

Beim Rück- und Neubau werde großer Wert auf eine möglichst umweltschonende Bauweise gelegt, heißt es weiter. Zusammen mit Immobilien Basel-Stadt sei untersucht worden, welche Bauteile sich wiederverwenden ließen. Dies sei vor allem bei den Stahlträgern der Fall, die in der Produktion sehr CO2-intensiv seien. Die neue Garage umfasst einerseits Abstellflächen für die E-Busse inklusive Ladeinfrastruktur. Andererseits befindet sich in ihr auch die Werkstatt für die Instandhaltung der E-Busse, wie aus den Plänen hervorgeht. Zudem sind auch Büros und Räume für die Fahrdienstmitarbeiter im Gebäude untergebracht. Der Neubau Garage Rank hat einen Grundriss von ca. 70 mal 120 Metern, was ungefähr der Fläche eines Fußballfeldes entspricht. Er ist rund 26 Meter hoch und bietet auf vier oberirdischen Geschossen Platz für maximal 144 E-Busse. Pro Etage werden 16 bis 48 E-Busse abgestellt. Laut BVB verfügt fast jeder Abstellplatz über einen Ladepunkt, an dem die E-Busse mit 100 Prozent erneuerbarem Strom aufgeladen werden.

Ursprünglich war vorgesehen, die Werkstatt und die Abstellhalle als separate Gebäude zu planen. Im Zuge der Optimierung des Bauprojekts habe sich aber gezeigt, dass ein einziges Gebäude sinnvoller ist. Neben besseren Betriebsprozessen und städtebaulichen Vorteilen könne so insbesondere die benötigte Fläche um etwa 2000 Quadratmeter verringert werden, wie von den BVB zu erfahren ist. Damit könne dem Kanton beziehungsweise Immobilien Basel-Stadt rund 3000 Quadratmeter für eine andere Nutzung übergeben werden. Der Kanton könne hier mittels Architekturwettbewerb auf einer deutlich größeren Fläche als ursprünglich vorgesehen Wohnraum schaffen. Dies entspricht auch einer Forderung aus dem Großen Rat. Nicht zuletzt konnten die BVB damit die versiegelte Fläche um rund 25 Prozent verringern.

Busflotte wird erneuert

Die BVB werden in den nächsten Jahren ihre gesamte Fahrzeugflotte auf E-Busse umstellen. Im November 2022 sind die ersten von 65 E-Bussen bei den BVB eingetroffen, die bis Ende 2023 alle in Betrieb genommen wurden. Mittlerweile besteht die Hälfte der BVB-Flotte aus elektrisch angetriebenen Bussen. Bis 2027 soll die komplette Flotte batteriebetrieben sein und mit Strom aus erneuerbaren Quellen versorgt werden. Dann zählen die BVB insgesamt 120 Elektro-Busse.

Laut BVB muss für die Umstellung auf das E-Bussystem die nötige Ladeinfrastruktur aufgebaut werden. So sollen die E-Busse ab dem Jahr 2027 hauptsächlich in der Garage Rank geladen werden. An voraussichtlich fünf Endhaltestellen sind zusätzlich dazu Gelegenheitsladestationen vorgesehen, an denen die Fahrzeuge während ihrer Standzeit Energie nachladen können. Damit werde das gesamte Bussystem flexibler, und es müssen weniger E-Busse beschafft werden, heißt es weiter. Gelegenheitsladestationen sind bereits an den Haltestellen EuroAirport Verwaltung und Kleinhüningen gebaut worden. Der Bedarf der weiteren drei Gelegenheitsladestationen soll nächstes Jahr noch einmal überprüft werden.

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