Basel - Eine neue Heimat für Dinosaurier, Mammut & Co stand bei der gestrigen Sitzung des Großen Rats Basel auf der Tagesordnung. Der 225-Millionen-Franken-Neubau für das Naturhistorische Museum und das Staatsarchiv kam im Parlament klar durch. Die SVP hat aber ein Referendum angekündigt.

Regierungspräsidentin Elisabeth Ackermann nannte den geplanten Neubau im Quartier St. Johann gestern „einen Meilenstein in der Museumsgeschichte“. Die Grünen-Politikerin wehrte sich zudem gegen die Kritik an ihrer Arbeit: „Auch wenn es noch tausendmal geschrieben wird, es ist nicht wahr, dass die Regierung keine Museumsstrategie hat.“ Aus dem hohlen Bauch heraus irgendwelche Alternativen anzupreisen, sei nicht seriös, sagte Ackermann.

Auch Regierungsrat Hans-Peter Wessels (SP) warb für den Neubau: „Wir tragen eine große Verantwortung für das kulturelle Erbe unserer Stadt. Unsere fünf Museen bergen Schätze von unermesslichem Wert“, sagte er in der Sitzung des Großen Rats.

Wessels betont die Bedeutung des Neubaus

Er wehre sich gegen den Vorwurf, dass es keine Museumsstrategie gebe. Seit Jahrzehnten würde die Basler Regierung die gleiche Museumspolitik betreiben. Die Lage beim Naturhistorischen Museum und beim Staatsarchiv sei dramatisch. „Es besteht Handlungsbedarf“, sagte Wessels. Die Situation sei absolut ungenügend: „Wir lassen wertvollstes Kulturgut vermodern.“ Der Neubau für die beiden Institutionen sei sinnvoll.

Wessels wehrte sich dagegen, dass oft von einer Museumskrise die Rede ist: „Wir sind meilenweit davon entfernt. Wir haben eine kristallklare Strategie, die wir seit Jahrzehnten verfolgen. Die Situation ist hervorragend. Wir haben klare Vorstellungen, in welche Richtung es gehen soll“, legte er dar.

Klar gegen den Neubau war die SVP: „Herr Wessels kommt mir vor wie (der Trainer des FC Basel) Marco Streller“, sagte Joël Thüring. „Ganz Basel weiß, dass der FCB keine Strategie und keinen Erfolg mehr hat, außer Marco Streller.“ Das gleiche Problem sehe er beim Thema Museen. Es sei nicht korrekt, wenn jetzt behauptet wird, es gebe keine Alternativen. Es sei wichtig, dass man zuwarte, weil es auch bei den anderen staatlichen Museen noch offene Fragen gebe. Es wäre auch nicht tragisch, wenn das Naturhistorische Museum für ein paar Jahre schliessen müsste, meinte Thüring.

SVP kündigt ein Referendum an

Die SVP kündigte an, Unterschriften für ein Referendum gegen den Neubau zu sammeln, falls der Große Rat Ja sagt und sich gegen eine obligatorische Volksabstimmung entscheidet. Sollte dieses zustande kommen, werden die Basler Stimmberechtigten das letzte Wort über den Museumsneubau haben.

In einer knapp fünfstündigen Debatte wurden Argumente für und gegen den Neubau ausgetauscht. Klar abgelehnt wurde der Vorschlag der FDP, das Geschäft an die Regierung zurückzuüberweisen.

Die Schlussabstimmung fiel deutlich für den Neubau aus. Mit 71 zu 19 Stimmen sprachen sich die Großratsmitglieder dafür aus, dass der 225 Millionen Franken teure Neubau kommt.

Abgestimmt wurde auch über die Frage, ob der Neubau dem obligatorischen Referendum unterstellt werden soll, also auf jeden Fall vors Volk kommt. Der Antrag der SVP zu diesem Thema blieb allerdings chancenlos.

Den Wettbewerb für den Neubau des Naturhistorischen Museums hat das Architekturbüro EM2N um Mathias Müller und Daniel Niggli aus Zürich gewonnen. Eröfnet werden soll das neue Museum nach bisherigem Stand im Jahr 2023.