Basel Neue Heimat für Kanonenkugelbaum und Titanwurz

Adrian Steineck

Der Kanonenkugelbaum bereitet Bruno Erny derzeit Kopfzerbrechen. „Ob wir so einen bekommen können, ist derzeit noch unklar“, sagt Erny, seines Zeichens Leiter des Botanischen Gartens der Universität Basel. Wegen des exotischen Gewächses steht Erny derzeit in Kontakt mit einer Baumschule in Costa Rica. Der Baum der Gattung Couroupita, die nur drei Arten umfasst, soll eine Attraktion im Neubau des Tropenhauses werden.

Von Adrian Steineck

Basel. Wenngleich noch unklar ist, ob der Kanonenkugelbaum samt seiner zwar essbaren, aber aufgrund ihres fauligen Geruchs gewöhnungsbedürftigen Früchte aus Zentralamerika nach Basel gelangt, wird das neue Tropenhaus doch ein Refugium für exotische Pflanzen werden. „Bei der Baumschule in Costa Rica werden wir etwa 100 tropische Gehölze einkaufen“, nennt Erny die Größenordnung. Von einer Baumschule in Ecuador wird man viele kleinere Pflanzen beziehen können, welche die Besucher in Basel sonst nirgendwo zu sehen bekommen.

Etwa 700 tropische Pflanzenarten hat das alte Tropenhaus beherbergt. Dieses wurde nach mehr als 50 Jahren abgerissen, da der Temperaturunterschied zwischen innen und außen für Schäden an dem im Jahr 1964 errichteten Bau gesorgt haben. Für 10,5 Millionen Franken entsteht ein Neubau, der im Herbst eröffnet werden soll. „Wir liegen im Zeitplan“, sagt Erny im Gespräch mit unserer Zeitung. Zwar standen die Bauarbeiten aus organisatorischen Gründen ein Jahr lang still, aber seit Ende 2020 geht es wieder vorwärts.

Die Glasfassade ist schon fertig

Auch finanziell ist das Projekt im Rahmen. Die Kosten von gut 10,5 Millionen Franken werden laut Erny vom universitären Immobilienfonds und mit 1,5 Millionen von privaten Förderern finanziert.

Die äußere Hülle des neuen Tropenhauses mit ihrer Glasfassade, die den exotischen Pflanzen möglichst viel Tageslicht zukommen lassen soll, ist bereits fertig, ebenso die Innentechnik. Momentan wird der Besucherrundweg betoniert, auch werden die Filter für den Teich eingebaut. Auch der Eingang beim Spalentor soll besucherfreundlicher gestaltet werden, Stichwort Barrierefreiheit. „Derzeit ist das ein bisschen ein Schlupfloch“, sagt der Leiter des Botanischen Gartens.

Ab Mitte Mai sollen dann auch die Pflanzen, die aus dem früheren in das neue Tropenhaus umziehen und sich derzeit in einem Provisorium im Botanischen Garten befinden, nach und nach ihre neuen Standorte bekommen. Wenn alles fertig ist, wird es als Neuerung unter anderem ein Bergnebelwaldhaus geben. Dort sollen mit Sprühnebel und einer maximalen Temperatur von 24 Grad Pflanzen aus den artenreichen tropischen Gebirgsnebelwäldern wachsen können. Generell wird sich die Neubepflanzung im Tropenhaus an den vertikalen Aufbau der immergrünen tropischen Regenwälder anlehnen: vom dichten Baumkronendach über Schlingpflanzen, Sträucher und Riesenstauden bis zu aufsitzenden Pflanzen und Kletterpflanzen, welche die unteren Etagen beleben sollen.

Neuer Standort für den Titanwurz

Auch ein alter Bekannter aus dem früheren Tropenhaus wird im Neubau einen festen Platz bekommen: der Titanwurz, der in den vergangenen Jahren als größte Blume der Welt viele Besucher angezogen hat. „Der ist topfit“, sagt Erny über die Pflanze, die ebenfalls in einem Provisorium untergebracht ist. Und weiter: „Wir hoffen, dass er 2023 wieder blüht.“ Der Botanische Garten der Universität Basel, Spalengraben 8, hat noch bis März von 8 bis 17 Uhr, ab April dann von 8 bis 18 Uhr geöffnet. Die Gewächshäuser sind derzeit coronabedingt aber geschlossen. Näheres gibt es unter www.botgarten.unibas.ch.

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