Basel Öfter und schneller am Hochrhein

Der Katzenbergtunnel bleibt dem ICE- und Güterverkehr vorbehalten. Foto: Archiv Foto: Die Oberbadische

Regio. Über das künftige Angebotskonzept für den Schienenpersonennahverkehr am Hochrhein wurde im fachlichen Dialog zwischen Land und Region eine zukunftsfähige Lösung erzielt.

Demnach soll es eine stündliche Regional- oder S-Bahn-Verbindung zwischen Freiburg und Basel geben, die zur Hauptverkehrszeit zu einem Halbstundentakt verdichtet wird. Zudem wird im Stundentakt eine schnelle Linie zwischen Offenburg, Freiburg und Basel mit Halten in den nachfragestarken Orten eingerichtet. Entgegen der bisherigen Konzeption soll kein Nahverkehr durch den Katzenbergtunnel geführt werden.

Verkehrsminister Winfried Hermann erklärte am Donnerstag in Stuttgart: „Die konstruktiven Verhandlungen mit der Region haben sich gelohnt, denn das Ergebnis eines Konsenses über das Angebotskonzept kann sich sehen lassen“.

Im Juni dieses Jahres hatte das Ministerium für Verkehr und Infrastruktur in Bad Bellingen auf Initiative des Lörracher Landtagsabgeordneten Josha Frey (Grüne) bei einem Regionalgespräch die Planungen für das künftige Personenzugangebot zwischen Müllheim und Basel vorgestellt. Um weitergehende Wünsche der Region und verschiedene Angebotsalternativen zu beraten, waren weitere Fachgespräche zwischen dem Verkehrsministerium und einer regionalen Facharbeitsgruppe vereinbart worden. Vor allem die Überlegungen des Landes, einen schnellen Regionalexpress durch den Katzenbergtunnel zu führen, waren in der Region auf Ablehnung gestoßen.

Gemeinsam mit dem Regionalverband Bodensee-Hochrhein, dem Landkreis Lörrach, der IG Bohr sowie der Nahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg (NVBW) wurden vom Ministerium für Verkehr und Infrastruktur (MVI) mit fachlicher Unterstützung von externen Beratern in mehreren Werkstattgesprächen sechs Varianten erarbeitet.

Alle Beteiligten sprachen sich am Ende des Beratungsprozesses für eine Variante aus, welche die Führung aller Transitgüterzüge durch den Katzenbergtunnel erlaubt.

Die Planung vom Juni dieses Jahres wurde dahingehend modifiziert, dass der Regionalexpress grundsätzlich nicht durch den Katzenbergtunnel geführt wird. Der Tunnel bleibt dem ICE- und Güterverkehr vorbehalten. Beibehalten wird jedoch der schnellere Regionalexpress, der in Weil am Rhein den früheren Anschluss nach Lörrach herstellt, also die Achse Freiburg – Lörrach um eine gute halbe Stunde beschleunigt. Diese Linie ist speziell auf die schnelle Anbindung der nachfragestarken Haltepunkte und Mittelzentren Bad Krozingen, Müllheim und Weil am Rhein in Richtung Freiburg, Lörrach, Waldshut, Basel und in die weitere Schweiz zugeschnitten. Diese schnelle Linie dient der raschen Beförderung der großen Fahrgastströme mit attraktiven Fahrzeiten und kann so eine hohe Eigenfinanzierung durch die Nutzer erreichen.

Vertreter der Region erläuterten, es würden sowohl ein schneller Regionalverkehr als auch ein Nahverkehrsangebot mit Halt an allen Stationen gebraucht. Der Halbstundentakt im Nahverkehr komme zwar nicht ganztägig, aber für alle Stationen zur Hauptverkehrszeit, was den größeren Mehrwert der gefundenen Lösung darstelle. Ein integraler Halbstundentakt sei landesseits derzeit nicht finanzierbar.

Wie in anderen Regionen besteht auch zwischen Basel und Müllheim die Möglichkeit, dass sich die Gebietskörperschaften der Region finanziell für eine Angebotsausweitung über das landesfinanzierte Fahrplanangebot hinaus engagieren, um beispielsweise den Halbstundentakt über die Hauptverkehrszeit hinaus auszuweiten.

Das vereinbarte Konzept sieht vor:

· stündliche Regional- oder S-Bahnen Freiburg – Müllheim – Basel mit Halt an allen Stationen, die zur Hauptverkehrszeit im Halbstundentakt fahren sollen

· stündliche schnelle Regionalexpresszüge Offenburg – Freiburg – Basel mit Zwischenhalten in Bad Krozingen, Heitersheim, Müllheim und Weil am Rhein, wo direkte Anschlüsse in Offenburg nach Karlsruhe, in Weil am Rhein nach Lörrach und in Basel nach Waldshut bestehen.

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