Basel Panflöte: Liebe auf den ersten Ton

Das Duo Philippe Emmanuel Haas und Emmanuel Schublin Foto: zVg/Schublin

Basel -  Philippe Emmanuel Haas ist vielen Freunden der Panflöte von seinen regelmäßigen Auftritten in der Regio – auch auf deutscher Seite – bekannt. Nun hat er gemeinsam mit dem Organisten Emmanuel Schublin eine CD herausgebracht, die sich der französischen Musik der Renaissance und des Barock widmet. Präsentiert werden Werke von Marc-Antoine Charpentier, Louis Couperin, Jean-Baptiste Lully oder Marin Marais.

Musik des 16. bis 18. Jahrhunderts im Fokus

Es ist die mittlerweile fünfte CD, die der in Basel geborene Panflötist herausgibt. Haas studierte in Bern und den Niederlanden. Anschließend nahm er an Meisterkursen zur Interpretation Alter und klassischer Musik auf Nachbildungen historischer Instrumente teil. Er hat sich dabei auf das Repertoire der Musik des 16. bis 18. Jahrhunderts spezialisiert. Neben seiner Konzerttätigkeit arbeitet er auch als Lehrer für Panflöte an Musikschulen in der Schweiz und tritt bei internationalen Festivals Alter Musik weltweit auf.

Warum ausgerechnet Panflöte? „Als ich das Instrument das erste Mal bewusst bei einem Konzert hörte, hat es mich gepackt. „Das ist jetzt über 40 Jahre her.“ Und noch immer ist Haas begeistert vom Ton des Blasinstruments und von den Möglichkeiten des Repertoires, das es bietet. Als er sich vor rund 40 Jahren auf die Panflöte konzentrierte, war er fast allein damit. Ansonsten war die Flöte nur von Straßenmusikern zu hören. „Ich habe die Panflöte in die Alte Musik integriert. Die Vielfalt, mit der sich auf ihr historische Instrumente interpretieren lassen, ist faszinierend“, sagt Haas.

„Wir haben ein Jahr lang an dieser CD gearbeitet“, erzählt der Musiker. Das Besondere: Sie wurde an einer Orgel mit französischem Pedal eingespielt. „Emmanuel Schublin gilt als Kapazität auf dem Gebiet“, schwärmt Haas. Schublin stammt aus dem Elsass und ist Titular-Organist an der historischen Orgel in der Kirche von Cintegabelle bei Toulouse. Er leitet Festivals und engagiert sich in der Vermittlung der Kunst des Orgelspiels – vor allem auch bei jungen Menschen.

Warum eigentlich die Kombination Orgel und Panflöte? Die Besonderheit des Duos Haas/Schublin bestehe darin, Konzerte auf alten Instrumenten oder deren historischen Nachbildungen, die in alten und barocken Tönen gestimmt sind, zu geben. „Die Panflöte hat durch die Aneinanderreihung von Rohren eine gewisse Ähnlichkeit mit der Orgel und kann somit als deren Vorläufer bezeichnet werden“, erklärt Haas. Beide Instrumente harmonierten bestens in Werken des 16. bis 18. Jahrhunderts.

Beiden Musikern war es ein Anliegen, den Hörern ausführliche Informationen rund um die Musik, die Werke, Komponisten und die Hintergründe zu vermitteln. „Wir haben daher ausführlich musikwissenschaftlich recherchiert, die Informationen aber verständlich ins Booklet aufgenommen.“ Dieses ist viersprachig – deutsch, französisch, englisch und italienisch – gestaltet.

Auf der CD ist das „Te deum“ von Charpentier für Chor, Trompete und Orchester, dessen Präludium als Eurovisionshymne jedem im Ohr ist.

Marais, Komponist und Gambist am Hof von Versailles, schrieb 1701 Variationen zum Thema der „Folies d’Espagne“. Davon sind auf der Panflöte interpretierte Auszüge auf der CD zu hören.

Louis Marchand, Organist von König Ludwig XIV., war derart berühmt, dass er wahre Massen zu seinen Konzerten lockte, die er an den großen Orgeln des Königreichs spielte. Das „Récit“, gespielt auf dem Oboenregister, ist dabei eines seiner schönsten Stücke, urteilen Haas und Schublin.

Für April war eigentlich der nächste Auftritt von Haas in Südfrankreich geplant. Angesichts der aktuellen Coronakrise erscheint dieser Termin eher unwahrscheinlich. „Und die Planung von Konzerten in der Regio ist leider derzeit auch schwierig.“  Die CD ist im Fachhandel erhältlich.

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