Basel Perfekte Performance

Schlussaufstellung bei der Premiere des Young-Stage-Circus-Festivals. Die Darbietungen überzeugten. Foto: Markus Greiß Foto: Die Oberbadische

Von Markus Greiß

Basel. Wie vergleicht man die Schönheit einer Kirschblüte mit dem Tanz eines Kolibris? Vor einer ähnlich schwierigen Aufgabe steht die Jury des Young-Stage-Festivals Basel, die am Dienstag unter 14 Performances die besten prämieren soll.

Im restlos ausverkauften Zirkuszelt „Chapiteau“ in der Rosentalanlage stieg am Samstagabend die Premiere der siebten Ausgabe des Festivals – mit 25 jungen Zirkusartisten, die zu den besten der Welt zählen und in unterschiedlichen Disziplinen auftraten: von Hut-Jonglage über Akrobatik am Fliegenden Ast bis hin zur witzigen Unterhaltungskunst des Comedy-Magiers Marc Haller alias „Erwin aus der Schweiz“. Seine Clown-Rolle passt noch am ehesten in die Kategorie des traditionellen Zirkus. Ansonsten stehen die Artisten für den „Cirque Nouveau“ – also das Genre, das Themen und Geschichten durch Zirkuskunst darstellt.

Beim diesjährigen Young-Stage-Festival sind es Geschichten von Liebe, überwundenen Hindernissen und grenzenlosen Träumen. Von der Liebe erzählen etwa das Duo Renaud-Maguire, die eng umschlungen im „Roue Cyr“, einem überdimensionierten Metallrad, ihre Kreise drehen. Während die Hand-auf-Hand-Akrobaten Charlotte O’Sullivan und Nicolas Jelmoni das Publikum mit Sinnlichkeit bezaubern, dominiert beim Duo Kiebre an den Strapaten (in der Luftakrobatik verwendete Bänder) Kraft und Leidenschaft: Es ist atemberaubend, wie Oscar Guasca kopfüber schwingend nur mit den Zähnen das Nackenband hält, an dem seine Partnerin Soledad Acevedo hängt. Von Moderator Max Loong nach der Aussage seiner Performance befragt, erzählt Röhnrad-Artist Olivier Sylvestre von der Überwindung schwieriger Lebenshindernisse: Bei seiner Darbietung wechselt er immer wieder zwischen einem intakten und einem entzweiten Rad. Nach außen hin gibt sich das Trio Acrobarouf (Anastasopoulos, Hernandez und Hérault) als ein Haufen lustiger Vögel. Doch mit ihrem humorvollen Auftritt auf dem Schleuderbrett, das sie bis auf einen stilisierten Mond katapultiert, senden sie eine eindringliche Botschaft ans Publikum: Lebe deinen Traum und greife nach den Sternen!

Nach diesen griffen bei der Premiere ausnahmslos alle Artisten. Egal, wen die Jury letztlich zu den Siegern kürt, winken wohl allen 25 jungen Künstlern attraktive Engagements. Denn das Festival dient Showproduzenten als wichtige Plattform zur Sichtung von Artisten. Somit hatte Festivaldirektorin Nadja Hauser recht, als am Ende dem versammelten Ensemble zurief: „You are all winners!“

u  Weitere Vorstellungen: Montag, 18. Mai (20 Uhr): Show mit Jurierung; Dienstag, 19. Mai (20 Uhr): Grand Prix mit Preisverleihung. Tickets unter www.young-stage.com.

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