Basel Plädoyer für eine schnellstmögliche Öffnung der Museen

Kunst lässt sich problemlos mit dem nötigen Abstand genießen – finden die Unterzeichner der Petition.                                                        Archivfoto: Gabriele Hauger Foto: Die Oberbadische

Basel/Weil am Rhein. 19 Basler Museen inklusive das Weiler Vitra Design Museum fordern den Bundesrat in einem Schreiben auf, die Museen baldmöglichst wieder zu öffnen. Die gemeinsame Stellungnahme lautet wie folgt:

„Museen und Ausstellungshäuser sind zentrale Orte der Bildung, kulturellen Vielfalt und emotionalen Stärkung. In einer freiheitlichen, demokratischen Gesellschaft sind sie wichtige Institutionen zur diversen Meinungs- und Identitätsbildung, sie fördern freiheitliches und pluralistisches Denken, bieten Ruhe, Erholung, Inspiration und Fantasie und streben danach, offen für alle, jede und jeden zu sein.

Sie sind dadurch wesentliche Träger des Demokratiegedankens. Die Museumsdichte und -vielfalt in der Schweiz zeugen von einem tief greifenden Verständnis für die Bedeutung der und einem unbedingten Willen zur Kultur. Dieses hohe Gut und auch Bekenntnis gilt es zu leben. Gerade jetzt!

Museen und Ausstellungen sind in der Auseinandersetzung mit Natur- und Kulturgeschichte, mit Kunst und ihrer Reflexion der Gegenwart ein kritisches Gegenüber und ein Partner, um neuen Situationen und insbesondere Krisen zu begegnen und sie zu reflektieren. Das Erlebnis und die Erfahrung vor dem originalen Exponat –sei es ein Kunstwerk, eine historische Handschrift, ein wissenschaftliches Präparat –kann von keiner noch so gut aufgearbeiteten Online-Präsentation, keinem Blog und keiner virtuellen Führung ersetzt werden. Dies wird deutlich in zahlreichen Rückmeldungen, die unsere Häuser in der aktuellen Zeit erreichen. Ist der physische Zugang begrenzt oder gar verunmöglicht, verkümmern Bildung und Kultur in einer Gesellschaft grundlegend.

Den immer wieder auf die neuesten Forderungen angepassten Schutz- und Hygienekonzepte, die seit Mai 2020 erfolgreich in den Ausstellungshäusern umgesetzt wurden, liegen nun maßgebliche Erfahrungen zugrunde. Sie erlauben es, die Museen und Institutionen umsichtig für Besuchende zu öffnen. Diese Häuser verfügen über geschützte öffentliche Räume mit individuellen, differenzierten und dynamischen Schutzkonzepten, die proaktiv umgesetzt und anpasst werden. Museen und Ausstellungshäuser bieten ausreichend Fläche, um die Distanzregelung in jedem Moment einhalten oder bei Bedarf erhöhen zu können. Eine dezidierte Lenkung des Besucherflusses ist jederzeit möglich und wurde bereits seit Mai 2020 erfolgreich breitflächig umgesetzt. Individuelle Ausstellungs- und Museumsbesuche verursachen keine Ansammlung von Massen. Gerade für die lokale Bevölkerung sind diese Häuser und die Begegnung mit kulturellem Schaffen in diesen sorgenvollen und für viele belastenden Zeiten wichtige Anlaufstellen, ohne einen hohen Grad an öffentlicher Bewegung zu verursachen. Gemeinsam mit dem Verband der Museen der Schweiz (VMS), dem International Council of Museums (ICOM) Schweiz, der Vereinigung Schweizer Kunstmuseen (VSK), dem Verein Schweizer Institutionen zeitgenössischer Kunst (VSIZK/AISAC) und dem Verband der Naturhistorischen Museen und Sammlungen der Schweiz und Liechtenstein (musnatcoll.ch) bitten wir den Bundesrat eindringlich, eine Wiedereröffnung der Museen und Ausstellungshäuser für den Individualbesuch in der ersten Stufe der Lockerung zu ermöglichen, um weiterhin den zentralen Bildungsauftrag erfüllen und einen wichtigen Beitrag zum geistigen und seelischen Wohl aller leisten zu können.“

(Unterzeichner: Antikenmuseum, Andrea Bignasca; Basler Papiermühle, Britta Graf; Fondation Beyeler, Sam Keller; HeK (Haus der elektronischen Künste), Sabine Himmelsbach; Historisches Museum, Marc Zehntner; Jüdisches Museum der Schweiz, Naomi Lubrich; Kunsthalle, Elena Filipovic; Kunsthaus Baselland, Ines Goldbach; Kunstmuseum Basel, Josef Helfenstein Museum.BL, Marc Limat; Museum der Kulturen, Anna Schmid; Museum Tinguely, Roland Wetzel; Naturhistorisches Museum, David Alder und Basil Thüring; Pharmaziemuseum, Philippe Wanner; Römerstadt Augusta Raurica, Lilian Raselli; S AM Schweizerisches Architekturmuseum, Andreas Ruby; Schaulager, Heidi Naef; Spielzeug Welten Museum, Laura Sinanovitch; Vitra Design Museum Weil am Rhein, Mateo Kries)

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