Basel Polizei hat alle Hände voll zu tun

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Einbrecher und Kriminaltouristen haben die Basler Polizei im vergangenen Jahr auf Trab gehalten. Foto: pixabay

Der Kanton Basel-Stadt verzeichnet eine starke Zunahme an Vermögensdelikten. Schweizweit bleibt er Spitzenreiter in Sachen Verbrechen, wie aus der Bilanz der Kriminalstatistik für das Jahr 2023 hervorgeht.

Mit 28 574 Strafanzeigen im Jahr 2023 liegt der Kanton Basel-Stadt schweizweit an der Spitze, was die Pro-Kopf-Quote der Straftaten angeht. An der Spitze liegt der Kanton auch bei den Gewaltdelikten, obwohl hier entgegen dem schweizerischen Trend ein Rückgang zu verzeichnen war.

Alles in allem haben die Anzeigen gemäß Strafgesetzbuch um 13 Prozent zugenommen, wie der erste Basler Staatsanwalt, Sasha Stauffer, am Dienstag an einer Medienorientierung sagte. Schweizweit betrug die Zunahme 13 Prozent.

Massiv zugenommen

Massiv um 18 Prozent auf 21 329 Fälle zugenommen haben die Vermögensdelikte. Damit entsprach die Entwicklung dem gesamtschweizerischen Trend. Das gilt nicht für die Gewalt- und Sexualdelikte: Hier verzeichnete der Kanton Rückgänge um zehn Prozent bei den Gewaltstraftaten und acht Prozent bei den Sexualdelikten.

In absoluten Zahlen waren dies 2443 Gewaltstraftaten und 330 Fälle bei den Sexualdelikten, wobei hier die schweren Fälle wie Vergewaltigung oder sexuelle Nötigung überproportional stark zurückgegangen waren. „Die Zahlen sind jetzt wieder im Mittel der vergangenen fünf Jahre. 2022 war ein Ausreißer, der nun wieder korrigiert wurde“, kommentierte Michael Schäfer, stellvertretender Leiter der Kriminalpolizei, den Rückgang bei den Gewaltstraftaten. Auch sank die Zahl der Gewalttaten gegen Beamte. Der Rückgang sei einer nationalen neuen Regelung geschuldet. Private Sicherheitspersonen in Asylzentren gelten nämlich nicht mehr als Beamte, weshalb diese Zahl gesunken sei, sagte Schäfer.

Massiv um 71 Prozent auf 2522 Fälle angestiegen sind die angezeigten Delikte im Bereich der Jugendanwaltschaft. Auch hier schwingen die Vermögensdelikte mit 593 Fällen (plus 24 Prozent) obenauf, während einzig bei den Straftaten gegen die sexuelle Integrität ein Rückgang zu verzeichnen war – nämlich um sieben Prozent auf 32 Fälle. Auffallend ist die Entwicklung bei den Vergehen gegen das Ausländer- und Integrationsgesetz. Sie nahmen 2023 um 85 Prozent auf 8056 Fälle zu.

Strengere Grenzkontrollen

Dies sei aber zu einem wesentlichen Teil auf die strengeren Grenzkontrollen der deutschen Behörden und die damit verbundenen Rückweisungen in die Schweiz zurückzuführen, sagte der stellvertretende Leiter der Kriminalpolizei, Michael Schäfer.

Auffallend ist, dass beim Kapitel Nationalität und Aufenthaltsstatus die Anteile der delinquenten Schweizer und der regulären ausländischen Wohnbevölkerung stark zurückgingen. Um 38 Prozent stark zu nahm der Anteil der straffälligen Asylbewerber, während bei den Kriminaltouristen ein Anstieg um acht auf 26 Prozent aller erfassten Straftäter zu verzeichnen war. Deutlich zugenommen hat der Berg unerledigter Verfahren der Basler Staatsanwaltschaft: Während diese im vergangenen Jahr noch rund 10 000 offene Verfahren zählte, sind es nun mehr als 13 000. Stauffer erklärte vor den Medienvertretern: „2023 war nicht nur hinsichtlich der Anzeigen ein intensives Geschäftsjahr.“ Die Zahlen würden die seit längerem bekannte Überlastung der Basler und Schweizer Strafverfolgungsbehörden verdeutlichen.

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