Basel Pop-Hymnen und Nostalgie

Tonio Paßlick
Nach einer coronabedingten Pause findet die Baloise Session dieses Jahr wieder statt. Foto: zVg

Legenden und Newcomer, Poeten und Entertainer, Solisten und Bandfamilien an zehn Abenden im Spätherbst zu kombinieren, gehöre zur DNA der Baloise Session, wie Geschäftsführerin Beatrice Stirnimann bei der Präsentation der Konzerte vom 27. Oktober bis zum 11. November verdeutlichte. Und das in intimer Clubtisch-Atmosphäre bei Kerzenlicht, was sogar bei einer Kapazität von bis zu 1500 Plätzen möglich ist.

Von Tonio Paßlick

Basel. Aber man durfte gespannt sein, wie sich die beiden Pandemie-Jahre mit Live-Streaming-Konzerten „at home“ und einem deutlich veränderten Medien-Konsum auf das Programm-Konzept der Baloise Session auswirken würden.

Die zehn Konzerte in der Eventhalle der Messe sind terminlich kompakter, aber nach dem bewährten Prinzip mit zwei Auftritten pro Abend konzipiert.

Streaming-Statistik

Längst wird nicht mehr die Zahl der verkauften Alben als Qualitätsmerkmal zitiert, sondern vor allem die eindrucksvollen Streaming-Statistik, die bei vielen Namen in die Milliarden geht. Man orientiere sich bei der Programmauswahl inzwischen vielschichtiger, betonte Beatrice Stirnimann. Inzwischen seien lokale Bands global bekannt, ohne dass sie in den einheimischen Charts aufgetaucht wären. Manche Erfolge explodieren durch geschickte Präsentation auf tiktok, andere werden ganz konventionell durch Hit-Paraden bekannt.

Also versuchte das Baloise-Team dem Zeitgeist der Pandemie-Jahre auf die Finger zu schauen. Man habe „mit einem durchsichtigen Blatt angefangen“, sagte Stirnimann. Herausgekommen sind Pop-Hymnen mit Nostalgie und neuer Empfindlichkeit. Country-Rock mit Roadmovie-Romantik, gefeierte Superstars und spannende Schweizer Newcomer, Hamburgs Weltoffenheit, Frankreichs Charme und die beseelten Gefühle Italiens. Und dazu Jazz mit Soul und innovativem Groove, zumal das einst sehr stark mit Jazz-Ikonen planende Festival zuletzt 2015 mit Jazz-Konzerten geglänzt hatte. In diesem Jahr werden die Ansprüche unter dem Titel „Grammy Jazz“ hochgehängt und mit Gregory Porter und Snarky Puppy auch eingelöst.

Superstars dabei

Superstars wie OneRepublic, Lewis Capaldi oder Gregory Porter, StiI-Ikonen wie Holly Johnson, Jan Delay oder Zaz, aber auch Schweizer Newcomer wie Kings Elliot und der Basler Songwriter und Rockblues-Sänger Zian gehören zum Line-Up des Herbstes 2022.

Zur Opening Night und am 6. November kommt mit OneRepublic eine der angesagtesten Popformationen der USA nach Basel. Schon vor 20 Jahren verstand es die Band aus Colorado, für ihre Hits, die oft auch auf Filmsoundtracks zu finden sind, 20 Millionen Online-Plays zu generieren. Auf Spotify sind es heute mehr als vier Milliarden.

Roads of Rock

Der nächste Abend unter dem Titel „Roads of Rock“ wird von The BossHoss aus Berlin und der Tedeschi Trucks Band aus Jacksonville (Florida) geprägt. Mit ihrem poppig-funkigen, spektakulär arrangierten Country-Rock-Sound bringen The BossHoss jene Party-Stimmung, die für die Organisatoren nach zwei Jahren Pandemie ersehnt worden ist. Der Hauptact ist jedoch die elfköpfige Band-Familie aus Florida, die Rocksound mit Folk, Country, Blues und jazzigen Elementen vermischt.

Als einziger Act neben OneRepublic ist Lewis Capaldi an zwei Tagen im Programm zu finden. Der gebürtige Schotte stürmte vor fünf Jahren mit seinem Hit „Bruises“ quasi über Nacht die internationalen Charts, blieb kurz danach für einen Song seines Albums „Divinely Uninspired To A Hellish Extent“ – 123 Wochen in der Schweizer Hitparade und wurde sogar für einen Grammy nominiert. „Someone You Loved“ stürmte auf Platz 1 der US-Billboard-Charts und wurde bei den BRIT Awards 2020 zum Song des Jahres gewählt.

Am zweiten Abend wird er unterstützt von einer Kultfigur der britischen Musikszene: Sam Ryder. Der bärtige Pop-Barde eroberte mit seinem Lied „Space Man“ dieses Jahr am Eurovision Song Contest Platz 2 für Großbritannien. Er gehört zu den „Star Poets“ wie der Basler Shootingstar Zian mit seinen Pop-Balladen, die in Schweizer Radios gefeiert werden. Die weiteren Themen-Abende würdigen sowohl die Hamburger Musikszene als auch den britischen Pop und Rock der 80er- und 90er-Jahre.  Infos unter www.baloisesession.ch

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