Basel Pop Up-Theater: von Goethe bis „Love Letters“

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Freuen sich, spielen zu können: Helmut Förnbacher und seine Frau Kristina NelArchivfoto: Gabriele Hauger Quelle: Unbekannt

Basel (hau). Acht Stücke in sechs Tagen: Die Förnbacher Theater Company bietet Pop-up-Theater. In der letzten Dezember Woche des Jahres werden die Inszenierungen direkt gegenüber dem früheren Theater im Badischen Bahnhof – im Forum Royal, dem ehemaligen Kino Royal – gezeigt. „In diesem Jahr doch noch einmal spielen zu können – das tut richtig gut“, sagt Theaterleiter Helmut Förnbacher.

Neuer Theaterort?

Der Raum wäre seiner Meinung nach sogar eine Option für die Zukunft der Theatertruppe, die dringend ein neues Domizil sucht, seit sie aus dem Badischen Bahnhof ausziehen musste. „Es ist ein wunderschöner Raum, der fantastisch restauriert wurde.“ Gemeinsam mit einem weiteren Kulturanbieter könne man sich die Raummiete künftig teilen, überlegt er. Zunächst müssten aber die baulichen Auflagen der Stadt und die Mieten kalkuliert werden. „Dann schauen wir, ob das erfüllbar und zahlbar ist.“

Traurig erinnert er an die Phase des Auszugs vom alten Standort im Bahnhof. „Wir mussten ganz viele Kulissen und Requisiten zerstören, es gab ja einen riesigen Fundus, den niemand übernehmen konnte und wollte.“ Immerhin wurden die kultigen Plüsch-Theater-Stühle gerettet, indem sie in einer Aktion an Zuschauer verkauft wurden. Eine Bombenerfolg – und Trost für Förnbacher.

Die Stücke

Am 26. Dezember, 15 Uhr, wird Goethes „Faust“ gezeigt: das meistzitierte und immer noch meistbesuchte Theaterstück im deutschen Sprachraum – und im Wortsinn ein Lebenswerk. Begonnen im Alter von 21 endet Goethes Arbeit daran erst im 82. Lebensjahr – kurz vor seinem Tod.

Ebenfalls am 26. Dezember, 19 Uhr, ist Stefan Vögels Komödie „Die Niere“ zu sehen, ein Stück, das nicht nur an die Nieren, sondern vor allem auch ans Herz geht. Doppelbödiges Boulevard-Theater, das bestens unterhält und sich traut, brisante, aktuelle Themen anzupacken und die entscheidende Frage stellt: Liebling, was bist du wirklich bereit für mich zu tun?

Am Abend darauf, 27. Dezember, 19.30 Uhr, steht Friedrich Dürrenmatts „Der Richter und sein Henker“ auf dem Spielplan, eine Hommage zum 100. Geburtstag von Friedrich Dürrenmatt.

Am 28. Dezember präsentiert Helmut Förnbacher nach Dario Fo und Franca Rame die Inszenierung „Offene Zweierbeziehung“. Hier werden die Machtverhältnisse in der Ehe mit allen Mitteln der Komik auf den Kopf gestellt.

Am 29. Dezember, 19.30 Uhr, heißt es dann: „Extrawurstmit Biss!“ Thematisch ist es das Stück der Stunde, in dem es auch um Toleranz geht.

Am 30. Dezember, 19.30 Uhr, ist Florian Zellers preisgekröntes Drama „Der Vater“ zu sehen.

An Silvester, 31. Dezember, 16.30 und 19.30 Uhr, wird es natürlich amüsant. Gespielt wird „Der Vorname“, ein „herrlich witziger, intelligenter Theater-Spaß“, so Förnbacher, von Matthieu Delaporte und Alexandre de la Patellière, die zurzeit meist gespielte französische Komödie.

Kurz vor Jahreswechsel um 22.45 Uhr ist das A. R. Gurneys Stück „Love Letters“ auf der Bühne zu sehen, eines der schönsten Theaterstücke über die Liebe.

Mit dem Theaterangebot wolle man auch ein Zeichen gegen den Pessismismus in der Kulturbranche setzen“, erklärt Förnbacher. „Wir zeigen, dass es uns noch gibt.“    Tickets unter Tel. 004161 /3619033, Mail: Info@foernbacher.ch

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