Basel Regionale Herausforderungen sind lösbar

 Foto: Michael Werndorff

Basel - Der Regierungsrat des Kantons Basel-Stadt hat am Montagabend rund 600 Gäste aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Verwaltung zum traditionellen Neujahrsempfang willkommen geheißen. Regierungspräsidentin Elisabeth Ackermann stellte die Themen Kultur und Partnerschaft in den Mittelpunkt ihrer Rede.

Groß war der Andrang der Gäste, darunter wichtige Basler Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Politik, Verwaltung und Kultur, die sich im Basler Volkshaus einfanden. Noch größer musste wohl die Geduld der sieben Regierungsräte gewesen sein, die alle 600 Gäste der Reihe nach – die Schlange wollte kein Ende nehmen –­ per Handschlag begrüßten. Dass der Empfang aus Kostengründen in der Kritik steht, ließ Ackermann mit dem sudanesischen Sprichwort „Das Haus stirbt nicht, das einen Gast willkommen heißt“ nicht unerwähnt. „So sollen wir es weiterhin halten, und ich hoffe, dass diese Einsicht auch im Großen Rat Resonanz findet.“

Kultur ist Seismograf für Entwicklungen und trägt zur Urbanität bei

In ihrer launigen Ansprache ging Ackermann auf den Kulturstandort Basel und auf das bisweilen angespannte Verhältnis zwischen Stadt- und Landkanton ein.

Die Kulturstadt Basel habe ein unglaublich breites, interessantes und vielfältiges Angebot, das in verschiedenerlei Hinsicht besonders wertvoll sei. So erhöhe die Kultur die Lebensqualität, sie sei ein Seismograf für Entwicklungen und ein Kompass in der unübersichtlichen Gegenwart und trage zur Vielfalt und Urbanität einer Stadt bei. Schließlich sei die Kultur auch ein wesentlicher Standortfaktor, der die Attraktivität der Stadt, auch als Wirtschaftsstandort, deutlich erhöhe. Die Bedeutung der fünf staatlichen Museen sei dabei herausragend. Sie müssten gestärkt werden, um ihrem Auftrag nachkommen zu können. An Kritiker gewandt sagte sie: „Es ist eine überholte Sicht, wenn man behauptet, für Kultur würde via Staatsverträge sauer verdientes Geld leichtfertig wieder ausgeben.“

Vom Thema Kultur war es dann kein großer Schritt zum Thema Partnerschaft, insbesondere vor dem Hintergrund des kürzlich erneuerten Kulturvertrags zwischen den Kantonen Basel-Stadt und Baselland. Dieser kann insofern als Erfolg betitelt werden, als dass man noch vor mehr als eineinhalb Jahren vor einem finanziellen und politischen Scherbenhaufen stand. „Viele sahen die Partnerschaft in Trümmern.“

Der Vertrag gewährleiste in etwa die bisherigen Leistungen des Nachbarkantons, bilanzierte Ackermann. Das sei zwar weniger, als manche sich vor einigen Jahren erhofft hätten, aber mehr, als noch vor einem Jahr erwartet worden sei. Auch sei ein Weg für die Universität aufgegleist.

Zusammenarbeit von Basel-Stadt und Landkanton ist zwingend

„Die regionalen Herausforderungen sind lösbar – mit gutem Willen und Kompromissbereitschaft“, hieß es weiter. So wie die Partnerschaft nach der gescheiterten Wiedervereinigung 1969 einen Schub erhielt, so sollte nun auch nach der abgelehnten Fusion von 2014 die Partnerschaft weiter vertieft werden, zum Beispiel mit der Spitalfusion. Denn: Die Zusammenarbeit beider Kantone sei zwingend, gleichzeitig erweise sich die Partnerschaftskultur als verletzliche Pflanze, die der Hege und Pflege bedürfe.

Anders formuliert: „Nicht in erster Linie Geld, sondern Geist beseelt die Partnerschaft“, meinte die Politikerin, die sich in ihrem Ausblick zuversichtlich gab, dass „wir in Basel und in der Region Lösungen finden werden, solange die Kultur uns einen Kompass gibt und die Zusammenarbeit über die Grenzen unseres kleinen Kantons hinaus gepflegt wird”. So habe es in der Vergangenheit funktioniert. Aus der Region könne man die notwendige Kraft schöpfen, wenn weltweit Unsicherheit bestehe, betonte die Regierungspräsidentin.

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