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Basel Rheinschwimmer schlagen Alarm

Michael Werndorff
Schon jetzt weist das Rheinufer eine hohe Aufenthaltsqualität auf. Mithilfe weiterer Maßnahmen soll der Rhein noch erlebbarer werden. Foto:  

Die geplante Sanierungsmaßnahme zur Sicherung der Uferbefestigung ruft die IG Rheinschwimmen auf den Plan.

Der Kanton Basel-Stadt will das Rheinufer am Oberen Rheinweg zwischen der Mittleren- und der Wettsteinbrücke in den nächsten Jahren sanieren. Geplant sind zudem zusätzliche Sitzstufen am Rhein, mehr Bäume sowie ein durchgängiger Weg zum Flanieren. Hintergrund ist der Hochwasserschutz, wie das Basler Bau- und Verkehrsdepartement (BVD) im März mitteilte.

Schwimmer melden sich

Die Uferbefestigung wurde zwischen 1823 und 1859 gebaut, dessen Fundament ist zwischenzeitlich streckenweise unterspült und absturzgefährdet. Das Vorhaben ruft jetzt die IG-Rheinschwimmen auf den Plan, obwohl die Planungen zur Neugestaltung noch gar nicht unter Dach und Fach sind: In einer Mitteilung erklärt die Interessengemeinschaft, die sich für freies und selbstverantwortliches Rheinschwimmen einsetzt, dass während der Bauphase der ufernahe Schiffsverkehr mit Lastkähnen für Schwimmer unfreundlich sei.

Laut IG-Rheinschwimmen ist sogar die Rede von einem temporären Schwimmverbot. Um dies zu vermeiden, erwägt Projektleiter Markus Kilchherr im Hochsommer zugunsten des „Schwimmendenverkehrs“ eine Baupause einzulegen, heißt es weiter. „Das wäre eine schöne und kluge Entscheidung, zumal ein Verbot schwer durchzusetzen wäre.“ Auch eine Freigabe während Feierabenden und den Wochenenden sollte nach Vorschlag der IG geprüft werden.

Derweil heißt es von Seiten des Basler Baudepartements, dass man den genauen Bauablauf erst dann in Angriff nehme, wenn der Große Rat das rund zehn Millionen Franken teure Sanierungsprojekt bewilligt habe. Die Vorlage soll noch in diesem Jahr dem Kantonsparlament zur Entscheidung vorgelegt werden. Erst dann werde das Bau- und Verkehrsdepartement ein Sicherheitskonzept auf den Weg bringen. Fest steht derzeit: Ein Schwimmverbot entlang der Baustelle sei nicht angedacht.

Sommerpause angedacht

Die Verantwortlichen planen stattdessen, jeweils rund 100 Meter der Uferbefestigung abzubrechen und neu zu erstellen. So würden wechselnde Teile der Böschung nutzbar bleiben, heißt es aus dem Baudepartement. Ebenso sei geplant, während der Sommerferien die Arbeiten ruhen zu lassen. Ebenfalls verhindern will das BVD Baustellenanlieferungen am Oberen Rheinweg.

Ein zweiter Vorschlag der IG zielt auf die Liegeplätze der Motorboote, die während der Bauphase andernorts ankern müssen. Es sei aus Sicht der Schwimmer wünschenswert, wenn die Boote im Rheinhafengebiet eine Bleibe finden können. So wäre der Rhein am Oberen Rheinweg gefahrenfreier, nämlich frei von Bojen, deren Kabel und von an- beziehungsweise ablegenden Booten. „Ein schöneres Stadtbild kommt da gratis hinzu“, erklärt die IG. Laut BVD soll die Standortfrage geprüft werden.

Das Projekt will die Aufenthalts- und die Schwimmqualität der Strecke zwischen den beiden Brücken verbessern. Die Erneuerung unterstreiche den Ruf Basels als Swim City, schreibt die IG. Gesellschaftlich und wirtschaftlich sei das Projekt ein Gewinn, denn es fördere den Aufenthalt der Basler in der innerstädtischen Rheinlandschaft. Die Einwohner können in der Altstadt schöne Stunden zur Erholung und für den Sport verbringen und müssen nicht aus der Stadt flüchten, ist die IG überzeugt.

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