Basel Schäden sind noch nicht behoben

Das Baselbieter Amt für Wald fordert nach dem Trockensommer 2018 eine aktive Verjüngung und Diversifizierung des Baumbestands. Foto: Kristoff Meller

Liestal - Dem Wald im Baselbiet geht es besser, die Schäden durch die Trockenheit im Sommer 2018 sind aber noch nicht behoben. Um auch künftige Trockenperioden bewältigen zu können, hält das Amt für Wald beider Basel Verjüngungsmaßnahmen und die Pflanzung resistenter Baumarten für unabdingbar.

Das aktuelle Bild des Walds sei nach Einschätzung von Waldfachleuten besser als erwartet, teilte das Amt für Wald beider Basel diese Woche mit. Aber die Schädigungen durch die Trockenheit im Sommer 2018 wirkten sich weiterhin aus. Bäume würden sehr langsam wachsen und könnten sich nicht einfach nach ein paar Regentagen erholen. Entsprechend sei die Sterblichkeit nach wie vor hoch.

Die Nadelhölzer seien stark durch Borkenkäfer und die durch Trockenheit geschwächten Laubbäume durch andere Schadorganismen wie Rußrindenkrankheit und verschiedene Käfer gefährdet. Für eine Entwarnung sei es deshalb zu früh, zumal die heißesten Monate noch bevorstünden.

Eigentlich könnten intakte Ökosysteme mit Temperatur- und Niederschlagsveränderungen umgehen, schreibt das Amt weiter. Aber nur, wenn genügend Zeit zur Verfügung stehe. Die erwarteten drei bis vier Grad Erwärmung innerhalb der nächsten 100 Jahre verlaufe für eine natürliche Anpassung des Ökosystems Wald aber viel zu schnell. Deshalb seien Maßnahmen notwendig, um die Anpassung an den Klimawandel zu unterstützen.

Aktive Verjüngung und Diversifizierung

Das Amt für Wald nennt in diesem Zusammenhang insbesondere eine aktive Verjüngung und Diversifizierung des Baumbestands. Ziel sei ein vitaler Wald, der mit verschiedenen Dynamiken „mithalten“ könne.

Seit 2019 seien deshalb rund 1,2 Millionen Franken an die Pflanzung von klimatauglichen Baumarten wie Eichen, Linden, Speierlingen oder Elsbeeren ausbezahlt worden.

Für die „Waldpflege im Klimawandel“ hat das Baselbieter Parlament am Donnerstag einstimmig 4,4 Millionen Franken für die Jahre 2020 bis 2023 bewilligt. Zu den Sofortmaßnahmen gehört noch immer die Fällung betroffener Bäume entlang der Straßen und Wege. Zudem sind Neupflanzungen und die weitere Verringerung des Baumverlusts vorgesehen.

Geplant ist auch die Stilllegung von Flächen mit einem hohem Anteil an toten Bäumen, um die Situation beobachten zu können und eine kostengünstige Wiederbewaldung zu ermöglichen.

Doch auch der ökologische Schutz des Baselbieter Übergangsbereichs von Offenland und Wald bleibt im Fokus der ökologischen Bemühungen. So hatte die Walder-Bachmann Stiftung im Jahr 2018 insgesamt 714 000 Franken zugebilligt. Unterstützt werden sechs Projekte in der Nordwestschweiz.

Mit dem Programm „Vernetzung von Offenland und Wald“ sollen Waldränder ausgelichtet und gestuft sowie Stein- und Asthaufen oder Sträucher und Teiche angelegt werden, wie die Stiftung damals mitteilte. Zudem sollen Totholz und Obstbäume gefördert werden. Der Übergangsbereich zwischen Offenland und Wald diene einer großen Anzahl von Pflanzen- und Tierarten als Lebensraum.

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