Basel Schwarze Frauen in der Schweiz

Das Buchcover: Dahinter befinden sich Biografien von Schwarzen Frauen in der Schweiz.              Foto: Sasha Huber

Basel - Die Kaserne startet das neue Jahr mit einer Premiere. Im Januar öffnet der „feministische salon basel“ erstmals seine Türen. Einmal im Monat werden intellektuelle, provokative, politische, lustige, radikale, affektive und nachdenkliche Abende zu queer-feministischen Themen veranstaltet.

Auftakt war am Dienstag mit „I will be different every time“, einer Lesung zur Schwarzen Frauengeschichte in der Schweiz. Das Gespräch fand digital statt, live auf den Youtube-Kanal der Kaserne übertragen.

Das vorgestellte Buch „I will be different every time – Schwarze Frauen in Biel“ erzählt ein Stück „Black History“ in der Schweiz. Es macht Frauen mit ihren Stimmen, Biografien, Denkweisen, Perspektiven und Lebenswelten sichtbar, die in der Schweiz selten zur Kenntnis genommen werden.

Mehr als 60 Jahre ist es her, als der afroamerikanische Schriftsteller James Baldwin in die Schweiz kam und feststellte: Die meisten Schweizerinnen und Schweizer hatten noch nie einen schwarzen Menschen gesehen. Baldwin kam sich vor wie eine Sehenswürdigkeit: „Wenn ich länger als fünf Minuten in der Sonne saß, kam bestimmt irgendein besonders mutiges Geschöpf zu mir und legte ängstlich seine Hand auf meine Hand und wunderte sich, dass die Farbe nicht abging“, schrieb er 1955 in „Stranger in The Village“. Vieles hat sich seither verändert, die Schweizer Gesellschaft wird immer pluraler, Schwarze Menschen gehören zum Alltag und prägen die Schweiz mit. Schwarze Frauen kamen und kommen aus den unter­schiedlichsten Ländern und Gründen. Viele wurden hier bereits als Schweizerinnen geboren, andere kommen aus Amerika, Afrika, viele sind Asyl­bewerberinnen. Kaum jemand aber kennt ihre Geschichten. Mit diesem Buch soll sich das ändern: Frauen aus der afrikanischen Diaspora in Biel – mit unterschiedlichen Hintergründen und aus verschiedenen Generationen – berichten über ihr Leben und ihre Erfahrungen. Ihre Texte werden durch die aktuelle Forschung zur Geschichte Schwarzer Menschen in der Schweiz ergänzt.

Erfahrungsberichte stammen von der Pädagogin und Bewegungstherapeutin Myriam Diarra, einer der ersten in Biel geborenen Schwarzen Schweizer Frauen. Ihr Vater ist aus Mali, ihre Mutter aus Biel. Diarra ist neben ihrer pädagogischen Arbeit an verschiedenen Tanz- und Theaterprojekten beteiligt. Sie war aber auch eine der ersten weiblichen DJanes in Biel und lebt dort mit ihrer Familie.

Nach dem Abitur zog es die gebürtige Emmentalerin Perpétue Kabengele nach Biel, um dort eine kaufmännische Lehre abzuschließen. Nun lebt sie seit gut zwei Jahren in Biel und arbeitet als Sachbearbeiterin im öffentlichen Gemeinwesen.

Als Kind und junge Erwachsene lebte Anita Maïmouna Neuhaus in Biel. Heute arbeitet sie mit Bewegung, sei es als Tänzerin oder als Kursleiterin, lebt mit ihrer Familie in Kleinbasel und engagiert sich zunehmend in afro-feministischen Bewegungen in der Schweiz.

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