Basel Segeltuch statt Plastik

Basel - Jungunternehmer aus Basel haben ein kleines Unternehmen gegründet, das mit seinem Produkt insbesondere auf die Verschmutzung der Meere mit Abfällen und hier besonders auf Plastikmüll aufmerksam machen will. Die Schüler stellen handgefertigte Segeltuchtaschen, Schlüsselanhänger und Necessaires aus gebrauchten Segeln her. „98bar“ heißt die Schülerfirma. Die Zahl 98 steht für die 98 Prozent an Plastikmüll im Meer, ob in der Meeresströmung oder am Meeresgrund, die für das menschliche Auge nicht sofort wahrnehmbar sind. Bar ist der Druck, der Segel antreibt.

Die Schweiz liegt ja nun nicht am Meer – wie kommen deshalb Schweizer Schüler auf die Idee, alte Segel zu vernähen? Moritz Gramke, einer der sieben Schülerinnen und Schüler, ist selbst Segler – übrigens der einzige der Gruppe. „In einem Lagerraum lagen gebrauchte Segel, die normalerweise entsorgt werden, da hatte Moritz die Idee, dass man aus dem sehr soliden Stoff doch etwas anfertigen könnte, was jeder gebrauchen kann. So sind wir auf die Taschenidee gekommen“, berichtet Geschäftsführer Noah Stritt. Moritz kann auch auf einer Industrienähmaschine, mit der man schwere Stoffe verarbeiten kann, nähen. So entstand die erste Tasche.

Jede Tasche ist einzigartig

„Es bot sich zudem an, auf das helle Segeltuch noch ein Emblem aufzudrucken. Wir haben Tiere ausgewählt, die von der Meeresverschmutzung und vom Klimawandel besonders bedroht sind, einen Eisbär, einen Delfin, einen Pinguin und eine Meeresschildkröte“, zählt Noah auf. „Wir drucken aber auch Wunschmotive auf, wenn man bei uns eine Tasche bestellt.“ Reißverschlüsse werden übrigens extern eingenäht, erklärt er weiter. Für die Taschenherstellung werden immer mehrere Aufträge gesammelt, damit sich die Produktion lohnt. „Jede Tasche ist einzigartig – wir haben auch einige Segel mit Farbaufdruck in Reserve, mal sehen, was wir damit machen“, so der Geschäftsführer.

Bei der regionalen Handelsmesse in Basel konnte sich das Team zusammen mit weiteren 30 Miniunternehmen vorstellen. Gefördert werden diese Jungunternehmer von YES, Young Enterprise Switzerland, einer Non-Profit-Organisation, die Schüler aus Mittelschulen und aus Berufsschulen fördert.

Das Geschäftsteam von „98bar“ setzt sich aus Noah und Moritz sowie aus Fabian Engelter (Administration und stellvertretender Geschäftsführer), Dominik Peter (Finanzen), Ernst Field (Marketing), Bastian Thoma (Vertrieb) und Sarah Marty (Kommunikation/Social Media) zusammen. Seit der Messe und seit das Radio und auch Schweizer Zeitungen berichtet haben, läuft es gut, was Bestellungen angeht. Im April können die Schüler ihre Produkte am Hauptbahnhof Zürich verkaufen. In ihrer Schule können sie immer mal wieder einen Stand aufbauen. „Unsere Lehrer unterstützen uns“, freut sich Noah. Die Schüler sind nun derzeit dabei sich zu erkundigen, woher sie weitere gebrauchte Segel bekommen können. Ihnen liegt Nachhaltigkeit am Herzen. „Wir vermeiden bei Privateinkäufen vor allem Plastikverpackungen, es gibt mittlerweile einige Läden, wo man eigene Behälter zum Abfüllen und für das Verpacken von Lebensmitteln mitbringen kann“, geben die Jungunternehmer weiter.

www.98bar.ch

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