Basel Sorge ist haltlos

Die Oberbadische, 06.12.2017 17:06 Uhr

Basel. Die Bürgerinitiative Südbadischer Flughafenanrainer (BISF) nimmt Stellung zu der jüngst veröffentlichten Umfrage unter den Händlern der Region wegen der Verlängerung des Nachtflugverbots am EuroAirport (wir berichteten). „Nachdem sich der Verbund der 40 Gemeinden um St Louis, der Trinationale Districtrat und das Basellandschaftliche Parlament für eine Verlängerung der Nachtflugsperre öffentlich stark gemacht haben, melden sich trinational die Handelskammern“, heißt es in der kürzlich verschickten Mitteilung des BISF. „Sie sehen die Leistungsfähigkeit des EAP gefährdet, ohne die geringsten Anhaltspunkte zu liefern, welcher Schaden entstünde und ob überhaupt ein Schaden entstünde, würde im Sinne der Gesundheit der Anrainer das Nachtflugverbot um eine Stunde von 24 auf 23 Uhr ausgedehnt“, schreibt der BISF-Vorsitzende Jürgen Fingerle.

„Verwaltungsrat und Flughafen versprechen seit Jahren, eine Wirtschaftlichkeitsanalyse vorzulegen, was bis heute nicht geschehen ist. Wir wissen also nicht, welche Arbeitsplätze in welcher Weise von einer Verlängerung des Nachtflugverbotes betroffen wären“, heißt es weiter. Es gebe keine Analyse über die Notwendigkeit, in der Nacht so kurze Strecken wie Genf oder Bergamo per Luftfracht zu bedienen. „Es ist kaum vorstellbar, dass die größten Arbeitgeber am Flughafen davon in irgendeiner Weise betroffen wären.“ Die sogenannte Impactstudie von 2009 habe nachgewiesen, dass am EAP durch die Nachtflugruhe von 23 bis 6 Uhr keine wirtschaftlichen Verluste entstünden. Die Sorge der Handelskammern sei damit „haltlos“.

Für die Anrainer sei es zudem inakzeptabel, dass die Handelskammern den Flugbetrieb bis 24 Uhr aufrechterhalten wollen, solange sich der Kanton Basel Stadt als Hauptbetreiber und Hauptnutznießer des Flughafens ein Nachtflugverbot von 22 bis 7 Uhr gönne und nur acht Starts pro Tag zulasse, schreibt Fingerle abschließend.

 
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