Basel Spiel, Spaß und Spannung

Basel - Gegen den Europameister im Mühlespiel antreten, traditionelles und nahezu ausgestorbenes Handwerk bewundern oder aus Schokolade etwas drucken: Das alles lässt sich an der letzten Ausgabe der Basler Traditionsmesse Muba erleben.

Einen letzten Muba-Besuch will sich anscheinend niemand entgehen lassen. So strömten die Interessierten schon am gestrigen Vormittag in Scharen in die Messehalle, um das Angebot zu sichten. Bei insgesamt 605 Ausstellern – 16 weniger als im vergangenen Jahr – fällt das Angebot gewohnt reichhaltig aus.

Plakate von früher

Dass es die letzte Muba sein wird, davon zeugt schon an der Fassade des Messegebäudes eine Sammlung überdimensionaler früherer Messeplakate. Darunter befindet sich auch das für die Muba 2000 von Richard Avedon fotografierte Bild einer nackten hochschwangeren Frau mit dem Leitspruch „Besuchen Sie die Mutter aller Messen.“ Ein veritabler Skandal war das damals. Heute ist es eine Erinnerung daran, dass die Muba als einstmals größte Publikumsmesse der Schweiz mit – laut Messeangaben – bis zu einer Million Besuchern früher auch die Kraft hatte, zu provozieren.

Die Muba im Herzen

Dass der Messebetreiber MCH Group das Aus für die im Jahr 1917 ins Leben gerufene Mustermesse Basel verkündet hat, schmerzt doch einige. „Ich bin Basler, da hat man die Muba in den Beinen und im Herzen“, erklärt Jean-Pierre Bühler von der Organisation Alzheimer beider Basel. Früher sei es selbstverständlich gewesen, dass man als Basler einmal im Jahr an die Muba gegangen sei. Bühler hat aber auch keinen klassischen Verkaufsstand und ist demzufolge auch nicht von dem Umsatzrückgang vieler Händler betroffen, den die MCH Group für das Messe-Aus mitverantwortlich macht. „Wir beraten nur“, sagt der Vertreter von Alzheimer beider Basel. Für tiefschürfende Beratungsgespräche wird dann aber ein Termin vereinbart: „Das wäre hier bei der Messeatmosphäre und mit dem Lärmpegel nicht möglich.“

Klassisches Handwerk

„Es ist fünf vor zwölf“, sagt Eugen Gutjahr und meint damit nicht die Muba selbst, sondern das von ihm betriebene Handwerk des Strohflechtens. „Das Wissen darum stirbt langsam aus“, bringt er es auf den Punkt und freut sich darüber, wenn seine kunstvollen Schmuckstücke aus Stroh von den Besuchern bestaunt werden. Das Muba-Aus erfüllt ihn zugleich mit Wehmut: „So etwas gehört in unsere Stadt“, sagt er und findet, dass es auch weiterhin ein Forum für traditionelles Handwerk geben sollte.

Spielen und staunen

Auch das Spielen kommt nicht zu kurz. So können Besucher auf einem überdimensionalen Mühlebrett gegen Markus Schaub, früherer Welt-, Europa- und Schweizer Meister in diesem traditionsreichen Spiel, antreten. „Mühle wird häufig als Kinderspiel unterschätzt“, sagt er. Dabei wies eine Studie der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) in Zürich nach, dass das im Jahr 1492 vor Christus erstmals nachgewiesene Spiel neun Milliarden mögliche verschiedene Stellungen der Spielsteine aufweist. „Es kommt in Punkto Komplexität gleich hinter Schach“, erklärt der Mühle-Großmeister Schaub.

Entdecken und Forschen

Mit zur Muba gehört auch die TunBasel, eine Experimetiermesse für Kinder und Jugendliche. Da lässt sich das Drucken mit Schokolade ebenso erproben wie das Bauen von kleinen Robotern. „Das ist super für Kinder, denn hier können sie ihre Neugier befriedigen und sich austoben“, sagt Melanie Scheiwiller, die selbst ohne ihre Kinder die TunBasel besucht. „Ich bin eben auch neugierig“, sagt sie dazu schmunzelnd. Ihre Neugier wie auch die der anderen Besucher – egal ob jung oder alt – wird an der letzten Muba befriedigt.

  • Weitere Informationen: Die Muba hat noch bis zum Sonntag, 17. Februar, jeweils von 10 bis 19 Uhr (am Sonntag bis 18 Uhr) geöffnet. Der Eintritt ist frei.

FOTOGALERIE Weitere Fotos unter www.dieoberbadische.de

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