Basel St. Jakobshalle müsste für ESC 2025 noch nachrüsten

Maja Tolsdorf
Die St. Jakobshalle in Basel ist seit Jahrzehnten für verschiedene Anlässe gut, nur für den ESC ist sie nicht gerüstet. Foto:  

Basel hat sich als Veranstaltungsort für den Eurovision Song Contest (ESC) beworben und geht mit der St. Jakobshalle ins Rennen. Die Kritik, dass diese den Anforderungen nicht genüge, scheint verhallt.

Der bewundernde Blick auf Basel und die St. Jakobshalle haben zur Kindheit in Grenzach-Wyhlen dazugehört. Einmal in den Rängen zu sitzen, um dort die Fernsehsendung „Wetten dass...“ mit Frank Elstner zu verfolgen, das war damals etwas Besonderes. In der Jugend folgten Konzerte in St. Jakob: Tina Turner, Joe Cocker oder Genesis. Nun könnte dort im kommenden Jahr der ESC stattfinden, denn der Stadtkanton hat sich als Ausrichter beworben. Die Schweizerische Radio- und Fernsehgesellschaft (SRG) wird darüber entscheiden. Das Bewerbungsdossier geht vom Austragungsort St. Jakobshalle aus, das Joggeli soll dem Public Viewing dienen, wie Regierungspräsident Conradin Cramer in einer Mitteilung bekannt gab. Das Fußballstadion St. Jakob-Park soll als „Arena Plus“ für zusätzliche 20 000 Fans zum Zuge kommen, die dort den Musikanlass auf der Leinwand mitverfolgen könnten.

Kritik an den Kosten

Die Kritik an den Kosten, um die Halle für die Großveranstaltung fit zu machen, scheint verhallt. Denn noch im April hatten zwei Oberaufsichtsgremien des Großen Rats massive Kostenüberschreitungen und gravierende Planungs- und Baumängel am Sanierungsprojekt bemängelt. Statt auf 105 Millionen, wie 2015 berechnet, summierten sich die Kosten für die Sanierung und Modernisierung bis heute auf 141 Millionen Franken. Und damit dürfte die Spitze noch nicht erreicht sein. Denn die Halle entspreche auch nach wiederholten Nachbesserungen noch immer nicht dem angestrebten Vorhaben. Sie könne somit auch nicht mit der Konkurrenz, unter anderem in Zürich und Lausanne, mithalten. Vor allem verhindere die mangelnde Belastbarkeit der Decke die Aufhängung von genügend Scheinwerfern.

Basel prescht mit Bewerbung vor

Trotzdem prescht Basel mit seiner Bewerbung vor, während Bern und Biel eine gemeinsame Bewerbung noch prüfen und sich auch andere Städte wie Zürich mehr Zeit lassen. Laut esc-kompakt.de sei noch nicht ganz klar, ob es nicht doch noch einen anderen Veranstaltungsort geben könnte, obwohl die St. Jakobshalle auf der Hand liege. Die Arena des Hallenkomplexes fasst bis zu 12 400 Zuschauer. Allerdings müsste dort eine temporäre Dachverstärkung eingebaut werden, um den offiziellen technischen Anforderungen der SRG und der European Broadcasting Union (EBU) gerecht werden zu können. So hatte die Basler Regierung im Juni auch die Option eines provisorisch überdachten Joggeli als Austragungsort ins Spiel gebracht. Eine Überprüfung habe jedoch ergeben, dass dabei das Kosten-Nutzen-Verhältnis nicht stimme.

Die Stärken des Standorts

In einer Medienmitteilung hebt der Regierungsrat die Stärken des Standorts Basel hervor und erklärt, dass der ESC auf dem St. Jakob-Areal stattfindet, sollte Basel den Zuschlag erhalten. Um die geforderte Deckenlast in der St. Jakobshalle zu gewährleisten, würde eine temporäre Deckenverstärkung installiert. Mit dem Motto „Crossing Borders“ hat sich Basel für den ESC beworben, der für den Regierungsrat laut Mitteilung für Offenheit, gegenseitigen Respekt und die Wertschätzung der kulturellen Vielfalt Europas steht.

Mehrwert auch für Lörrach

Basel sei somit der perfekte Ort für die Austragung. Auch vor den erheblichen Investitionskosten im Vorfeld schreckt der Stadtkanton nicht zurück. „Die letzten Austragungsorte des ESC verzeichneten eine ökonomische Wertschöpfung im mittleren zweistelligen Millionenbereich, insbesondere in den Bereichen Hotellerie, Gastronomie und Einzelhandel“, so der Regierungsrat weiter. Erfahrungsgemäß sei mit mehreren hunderttausend Besuchern zu rechnen. Auch das benachbarte Lörrach erkennt den Mehrwert eines ESC direkt in Basel. So könnten Gastronomen und Hoteliers auch dort mit steigenden Umsätzen rechnen, denn der Tourismus der Stadt profitiert regelmäßig von Großveranstaltungen im benachbarten Basel.

Auch Lörrachs Oberbürgermeister Jörg Lutz unterstützt die Bewerbung Basels und sagt im Video zum Motto Crossing Borders: „Im Dreiländereck vereinen wir Europa und aus dem Dreiländereck machen wir mit dem ESC das 40-Länder-Eck.“ Landrätin Marion Dammann steht ebenso hinter der Bewerbung des Basler Stadtkantons.

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