Basel Stadtteil wird umgewandelt

Basel - Die Umgestaltung der Industrieareale in den Quartieren Kleinhüningen und Klybeck geht in die nächste Phase. Die Basler Regierung will mit einem Stadtteilrichtplan Strategien für die Umwandlung festlegen.

Im Norden Kleinbasels, genauer auf den Hafen- und den ehemaligen Werkarealen der chemischen Industrie, werden mehr als 50 Hektar Fläche frei für neue durchmischte Stadtteile. Entstehen sollen langfristig geshen Wohn-, Arbeits- und Freiräume für mehr als 20 000 Menschen.

Um die anstehende Umwandlung zu koordinieren und zu vermitteln, will die Regierung einen Stadtteilrichtplan für die betroffenen Quartiere Kleinhüningen und Klybeck erstellen. Dieser soll wie der kantonale Richtplan behördenverbindlich festgesetzt werden, wie Bau- und Verkehrsdirektor Hans-Peter Wessels gestern vor den Medien bekanntgab.

Für den Richtplan Kleinhüningen-Klybeck beantragt die Regierung beim Großen Rat einen Kredit von rund 5,8 Millionen Franken.

Der städtebauliche Rahmenplan für die Umwandlung wurde von den Baukontor-Architekten aus Zürich erstellt. Demnach sollen am Klybeck-Kai und auf der Westkai-Insel „dichte, sozial und funktional durchmischte, städtische Quartiere“ für rund 4000 Einwohner und ebenso viele Arbeitsplätze entstehen.

Darüber hinaus soll das Klybeckquartier Zugang zum Rhein bekommen. So sollen die Querstraßen mit einer „großzügigen“ Rheinpromenade verbunden werden.

Konkret gesehen soll das neue Viertel künftig Platz bieten für einen hohen Wohnanteil. Vorgesehen sind zum Rhein hin vereinzelt Hochhäuser mit einer Höhe von bis zu 30 Metern für Wohnungen und Geschäfte. Auf den neuen Plätzen „Inselplatz“, „Wiesenkopf“ und „Uferplatz“ sind Hochbauten mit einer Höhe von bis zu 65 Metern möglich.

Herzstück wird die neue Grünanlage

Herzstück des neuen Quartiers ist die Grünanlage „Gleispark“, die entlang der heutigen Hafenbahn verläuft.

Im neuen Quartier Westkai soll laut Architekt Vittorio Magnago Lampugnani die Hafenatmosphäre beibehalten werden. Mehrere neue Plätze sollen dort entstehen und größere Bürogebäude und Hochhäuser, die Platz bieten für unterschiedliche Nutzungen. Zudem sind an der westlich verlaufenden Uferfront Werkstätten, Ateliers, Kultur- und Gastronomiebetriebe vorgesehen.

Laut Rahmenplan soll der öffentliche Verkehr mit neuen Tramlinien und einer Fähre ausgebaut werden. Das Konzept füge sich stimmig in das bestehende Quartier ein, sagte Wessels bei der Medienkonferenz. Geplant ist eine Realisierung in Etappen. Bereits nächstes Jahr sollen in Zusammenarbeit mit Immobilien Basel-Stadt erste Architekturwettbewerbe für die langfristige Umwandlung stattfinden.

Kantonsbaumeister Beat Aeberhard betonte, dass die Transformation nur in Abstimmung mit der Hafenentwicklung möglich sei. Die von der SBB Cargo, der Hupac und der Contargo gegründete Gateway Basel Nord plant, eine Umschlagsanlage für den kombinierten Verkehr im Raum Basel Nord zu realisieren und zu betreiben. Derzeit liegt das Projekt auf Eis, da das Bundesverwaltungsgericht neulich eine Beschwerde gegen den Finanzierungsbescheid des Bundes gutgeheißen hat.

Die Erarbeitung des Stadtteilrichtplans sei ein wichtiger Kommunikations- und Partizipationsprozess, sagte Aeberhard. Grundeigentümer, interessierte Firmen, Organisationen und die Bevölkerung sollen daran teilnehmen können. Zusammen mit dem Stadtteilsekretariat Kleinbasel will der Kanton einen entsprechenden Mitwirkungsprozess in Gang setzen.

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