Basel „Symbol für Grenze, die nicht trennt“

Von Jörg Bertsch

Basel. Großer Bahnhof für einen Bahnhof: Mit einem Festakt in Gegenwart von viel Prominenz und mit einem Volksfest beging gestern die Deutsche Bahn den 100. Geburtstag des Badischen Bahnhofs Basel. Tausende Besucher nahmen die Gelegenheit wahr, in die Geschichte zurück und hinter die Kulissen des Bahnbetriebs zu schauen.

Der Konzernbevollmächtigte der DB in Baden-Württemberg Eckart Fricke würdigte die Institution Badischer Bahnhof als „Symbol dafür, dass Grenzen nicht trennen müssen“.

Regierungsrat Hans-Peter Wessels, Chef des baselstädtischen Bau- und Verkehrsdepartements, ging auf die dynamische Entwicklung rund um den Badischen Bahnhof ein, die sich im Ausbau der Regio-S-Bahn eindrucksvoll dokumentiert habe und in Zukunft weitergehen werde mit dem geplanten Bau des „Herzstücks“, der unterirdischen S-Bahn-Verbindung zum Bahnhof SBB. Zuversichtlich zeigte sich Wessels, dass in absehbarer Zeit auch die Elektrifizierung der Hochrhein-Strecke kommen werde, um dem jetzigen Zustand, der ein Unikum darstelle, ein Ende zu bereiten.

Der Badische Bahnhof sei für Basel aber auch ein städtebaulich wichtiger Ort, sagte Wessels, und man arbeite intensiv daran, die Situation positiv zu entwickeln. Der DB dankte er für die auch in diesem Punkt „herausragend gute Zusammenarbeit“.

Nach einem Grußwort des neuen Botschafter Deutschlands in der Schweiz, Dr. Otto Lampe, der „erst seit netto fünf Tagen im Dienst“ ist, erinnerte Hausherr Jürgen Lange, Beauftragter für DB-Anlagen auf schweizerischem Gebiet, daran, dass zugleich mit dem 100. Geburtstag des heutigen Bahnhofsgebäudes auch das Jubiläum „100 Jahre elektrischer Zugbetrieb in Basel“ zu feiern sei.

Zahlreiche Besucher und Eisenbahnfans nutzten sodann den ganzen Nachmittag die Gelegenheit, an Bahnhofsführungen, Mitfahrten im Lokführerstand und vielen anderen Angeboten teilzunehmen. Besonders gefragt waren die Besichtigungen des Stellwerks. In der Ladenpassage gab es eine historische Fotoausstellung. Ein Shuttle-Zug von Gleis 11 brachte Besucher zum ICE-Werk. An Verkaufsständen vor dem Gebäude konnte man nostalgische Postkarten und andere Eisenbahnsouvenirs erstehen.

Die Geschichte des Badischen Bahnhofs in Basel geht weit ins 19. Jahrhundert zurück: Bereits 1855 war ein provisorischer Badischer Bahnhof in Basel gebaut worden. 1862 ging der erste richtige Badische Bahnhof für den Personenverkehr am Riehenring in Betrieb.

Der zunehmende Verkehr und die direkte Anbindung an das schweizerische Eisenbahnnetz machten die Verlegung des Bahnhofs an den heutigen Standort nötig. Die Grundsteinlegung des von dem bekannten Schweizer Architekten Karl Moser entworfenen Baus erfolgte 1910, die Einweihung des neuen Badischen Bahnhofs am 13. September 1913. Der Bau war damals ein Prestigeobjekt der Großherzoglich-Badischen Staatsbahn. Im nördlichen Teil befindet sich der für den Großherzog vorgesehene „Fürstenbau“, in dem heute das deutsche Konsulat seinen Sitz hat.

Von 2002 bis 2006 wurde das Gebäude aufwendig renoviert und umgebaut.

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