Basel Teurer in den Urlaub

 Foto: Michael Werndorff

Basel - Der Große Rat des Kantons Basel-Stadt will Flüge ab dem EuroAirport Basel/Mulhouse (EAP) mit einer CO2-Abgabe belasten. Einen entsprechenden Vorstoß hatte das Parlament mit 49 zu 45 Stimmen im Mai verabschiedet. Denis Bozbag hat Basler Bürger gefragt, wie sie zu einer Ökosteuer auf Flüge stehen und ob sich damit die Klimaerwärmung aufhalten lässt.

Sarah Haller aus Basel hält eine Ökosteuer auf Flüge für eine sinnvolle Maßnahme, befürchtet aber, dass „viele, die es sich leisten können, trotzdem weiter fliegen werden.“

Die Baslerin Nina Haugg sieht das ähnlich und geht in ihrer Vermutung sogar noch weiter: „Flüge werden bald etwas Exklusives. Vielleicht kann man die Anzahl der Flüge damit einschränken, aber eben nur durch Bildung einer Zweiklassengesellschaft.“

Christoph Ratz findet eine Ökosteuer rundweg für eine gute Idee: „Ich selber fliege sehr selten und wenn, dann nur geschäftlich einmal im Jahr. Im Urlaub verreise ich lieber regional.“

Vielflieger sind preisunempfindlicher

Marko Stuter aus Binningen fliegt auch nur noch geschäftlich und könnte sich daher gut mit einer solchen Steuer abfinden. „Ich hoffe, dass die Besteuerung den gewünschten Effekt zeigt, bleibe aber skeptisch, weil Vielflieger bei den Preisen schmerzunempfindlicher sind als der Otto-normalverbraucher.“

Kreuzfahrtschiffe auch besteuern

Christine Hess findet die Idee als solche gut, ist sich aber sicher, dass das Problem bloß verlagert werde: „Wie viele Leute verreisen dann mit dem Auto in den Urlaub? Oder auf Kreuzfahrtschiffen, die mit Schweröl betrieben werden und ihre Schadstoffe in die Umwelt abgeben? Da müsste man doch auch eine Steuer einführen.“

Martin Gschwind und sein Kumpel wundern sich bei der Debatte, dass die CO 2-neutralen Verkehrsmittel im Schnitt um ein Vielfaches teurer sind als das Flugzeug. „Ich habe kürzlich festgestellt, dass ich für eine Zugfahrt von Basel nach Stuttgart mehr ausgegeben habe als für einen Flug nach Isreal. Daher finde ich es gut, wenn die Tickets für den Zug günstiger werden würden.“ Dann hätte man auch einen größeren Anreiz, weniger zu fliegen, ist sich der junge Mann aus Basel sicher. „Wahrscheinlich müssen wir demnächst mit einer Explosion der Benzinpreise rechnen, wenn sich der Konflikt mit dem Iran verschärft“, fügt Gschwind hinzu: „Dann erübrigt sich vielleicht auch die Ökosteuer.“ Steffi Meyer und ihre Freunde sind von der Idee, Flüge zu verteuern, nicht wirklich begeistert.

„Mich würde vor allem interessieren, was der Staat dann mit den Mehreinnahmen machen wird. Wenn die Ökosteuerabgaben in Projekte für den Umweltschutz einfließen, könnte ich guten Gewissens mehr für Flugreisen ausgeben.“ Franziska Schneider hält ebenso wenig von einer möglichen CO 2-Abgabe: „Wenn man den Klimaaktivisten zuhört, bekommt man das Gefühl, dass bald die gesamte Welt untergeht.“ Da lasse sich die Erderwärmung nicht mehr aufhalten.

Filme Streamen schadet mehr als Fliegen

„Das ist bloß ein Tropfen auf den heißen Stein“, meint die Baslerin. „Wir zerstören unseren Planeten mit oder ohne Flugreisen.“

Ihre Freundin Céline Stingelin hat erfahren, dass das Filme Streamen im Internet schädlicher sei als das Fliegen. „Beim Streamen wird wahnsinnig viel Strom verbraucht“, betont Stingelin. Da ließe sich mit einer Netflix-Steuer viel mehr verdienen. Zudem höben Flugzeuge auch mit weniger Passagieren ab. „Dann verpesten halb leere Flieger die Umwelt.“

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