Basel Tierpark Lange Erlen wächst weiter

Im Basler Tierpark Lange Erlen haben sich 19 Brutpaare niedergelassen. Foto: Michael Werndorff

Basel - Die Neugestaltung des Haupteingangs sowie des Vorplatzes, eine neue Parkplatzbewirtschaftung wie auch ein Gehege, das dem Wolf zukünftig Platz bieten soll: Die Verantwortlichen des Tierparks Lange Erlen haben noch viel vor, wie gestern bei der Frühjahrsmedienkonferenz zu erfahren war.

Zufrieden zeigte sich Carlos Methner, Präsident des Erlen-Vereins, bei seiner Rückschau. Vergangenes Jahr konnten zwei weitere große Abschnitte des Masterplans verwirklicht werden: Die Spielaue und am 16. Oktober die zweite Gehege-Waldkammer. Somit können sich die stattlichen Wisente frei und natürlich bewegen, berichtete Methner. Ins neue Freilauf-Gehege der Wisentkühe hielt auch ein Jungstier namens „Joggi“ Einzug, der zukünftig für Nachwuchs sorgen soll.

Für den Tierpark stellt die Erweiterung der Wisentanlage eine entscheidende Etappe dar. So wurde der alte Veloweg auf dem Erlenparkweg endgültig gekappt, was eine deutliche Beruhigung des Publikumsverkehrs mit sich brachte. Zudem konnte bereits ein Teil des Erlenparkwegs zurückgebaut werden. Nachdem das Tierparkgelände einer einheitlichen Zone zugeschrieben wurde, kann sich der Park auch bis zum neuen Radweg ausweiten, ebenfalls wurde der neue Außenzaun errichtet.

Parkplatzbewirtschaftung

Durch die neue Situation im Gelände drängt sich auch eine Neuausrichtung der Verkehrsplanung im Tierparkgelände auf, und weil der Erlenparkweg zukünftig in die Gestaltung des Tierparks, der im Jahr 2021 sein 150-jähriges Betehen feiert, eingebunden werden soll, wird laut Methner nach einer zweckdienlichen Lösung gesucht. Planungsschritte seien bereits in Angriff genommen worden.

Darüber hinaus wollen die Verantwortlichen eine Parkplatzbewirtschaftung mit Schrankenanlage und Ticketautomat zum Jahresende realisieren. „Wir wollen kein wildes parken mehr im Grundwasserschutzgebiet“, sagte Methner. Der Tarif sei noch nicht beschlossen.

Wolfsgehege geplant

Seit dem Jahr 2006 konnten gut zwei Drittel des Masterplans umgesetzt werden, der immer mal wieder angepasst werden musste. Nun sei es an der Zeit, den letzten Teil des Generationenprojekts zu planen. Hierbei stehe die Schaffung eines Wolfsgeheges auf der Agenda. „Das passt in unser Konzept“, kommentierte der Vereinspräsident das Vorhaben. Weitere Schritte könnten dann die Anlagen für Reh und Kranich sowie eine Großraumvoliere sein. Letztlich sei dies eine finanzielle Frage, hier sei der Verein auf großzügige Spenden angewiesen, doch die Bereitschaft hierzu sinke.

Neuer Eingangsbereich

Zunächst steht aber der Bau eines neuen Haupteingangs an. Eine offene Pforte sei laut Gesetz nicht mehr zulässig. „Wir müssen sicherstellen, dass ein aus einem Gehege ausgebüchstes Tier den Tierpark nicht verlassen kann.“ Weiter hat der Erlen Verein die Parkrestaurant GmbH gegründet und Anfang des Jahres den Betrieb übernommen. Der Übergang verlief nicht reibungslos. Nun stehe die Gründung eines Organisationskomitees für die Jubiläumsfeierlichkeiten im Jahr 2021 an. Dann kann der Verein auf ein 150-jähriges Bestehen zurückblicken.

19 Brutpaare

In Sachen Jungtiere konnte Tierparkleiter Bruno Ries noch keine Nachrichten verkünden – dazu sei es noch zu früh. Bei den Störchen haben sich 19 Brutpaare im Tierpark niedergelassen, mehr als im Vorjahr. „Wir hoffen, dass das Wetter mitspielt und die Jungtiere durchkommen“, sagte Ries, der über Zuchterfolge bei den Zwergziegen berichtete und sogenannte Rotschenkel, eine Vogelart aus der Familie der Schnepfenvögel, präsentierte. Diese könne man in freier Natur kaum mehr beobachten, erklärte der Tierparkleiter vor den Medien. Die Trockenlegung feuchter Wiesen sorge dafür, dass der Lebensraum europaweit immer schneller verschwinde. „Wir hoffen deshalb auf eine Nachzucht“, zeigte sich der Tierparkleiter zuversichtlich.

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