Basel Tram: einst ein Auslaufmodell

Foto: Staatsarchiv Basel-Stadt Foto: Die Oberbadische

Das „Drämmli“, wie das Tram in Basel liebevoll genannt wird, ist Kult, Teil der Mobilität und prägt augenfällig das Stadtbild. Die Geschichte der Tram­stadt Basel erzählt eine Ausstellung im Museum Kleines Klingental.

Basel. Nachdem Basel ab dem Jahr 1844 Anschluss an das entstehende und schnell wachsende europäische und schweizerische Eisenbahnnetz gefunden hatte, begann sich die Stadt rasch zu entwickeln. Hinzu kam die Industrialisierung mit der Konzentration von Arbeitsplätzen in Fabriken. Der Bedarf nach innerstädtischen Personentransportmitteln wuchs mit der zunehmenden Ausdehnung der Stadt, wie das Bau- und Verkehrsdepartement in einer Mitteilung schreibt.

Basels Weg zur heutigen Tramstadt begann 1881 mit einem privat betriebenen schienenlosen „Rösslitram“ zwischen Centralbahnhof und Badischem Bahnhof. Das Birsigtal wurde durch ein Dampftram mit der Stadt verbunden. Dies genügte der wachsenden Nachfrage nur während kurzer Zeit. Anno 1895 wurde das von der Stadt betriebene elektrische Tram in Basel eingeführt.

Das Tramnetz wuchs rasch und schuf Entwicklungsachsen für neue Quartiere. Bis zum Zweiten Weltkrieg entstand ein engmaschiges, stark befahrenes Tramnetz mit Linien in die umliegenden Dörfer und ins benachbarte Ausland.

Nach dem Krieg geriet das Tram durch die Massenmotorisierung unter Druck. Es galt als altmodisch und sollte unter den Boden verbannt oder durch Auto- und Trolleybusse ersetzt werden. Aus Kostengründen und wegen des politischen Wandels in Basel wurde dies nur teilweise umgesetzt. Das Tramnetz und das Rollmaterial erfuhren eine Modernisierung.

Umweltbewegung trieb auch das Tram voran

Aus vier veralteten Betrieben auf Schienen und Autobusunternehmen entstand die Baselland Transport AG als zweiter starker Mitspieler neben den städtischen Basler Verkehrsbetrieben. Die ehemalige Birsigtalbahn wurde auf Trambetrieb umgestellt und mit der früheren Birseckbahn zu einer fast 30 Kilometer langen Durchmesserlinie verbunden.

Die Umweltbewegung der 1970-er Jahre wurde zu einer treibenden Kraft für die Weiterentwicklung des öffentlichen Verkehrs und des Trams in der Region Basel. Die Gründung des Tarifverbunds Nordwestschweiz und das im Jahr 1984 eingeführte Umweltschutzabo wurden zu einer beeindruckenden Erfolgsgeschichte für den öffentlichen Nahverkehr und das Tram in der ganzen Region Nordwestschweiz.

Zu Beginn des 21. Jahrhunderts haben sich die Bemühungen intensiviert, mit gezielten Netzausbauten das Tram auch für die Pendler aus Südbaden und dem Elsass attraktiver zu machen. Die Autoflut in die Stadt muss weiter eingedämmt werden. 2014 erfolgte die Verlängerung der Linie 8 zum Bahnhof Weil am Rhein und im vergangenen Jahr jene der Linie 3 zum Bahnhof Saint-Louis: Das Basler Tram ist wieder trinational geworden.

Über Jahrzehnte hinweg haben die Entwicklung sowie das Wachstum der Stadt und der umliegenden Vororte in einer intensiven Wechselwirkung mit dem Tram gestanden. Dieser Prozess lässt sich an den Netzplänen, an den größer werdenden Tramfahrzeugen und an Veränderungen im Stadtbild ablesen. Die Ausstellung beleuchtet verschiedenste Aspekte dieses sich weiterhin im Wandel befindlichen städtebaulichen Kaleidoskops.

Weitere Informationen: Die Ausstellung „Tramstadt Basel – Auf Schienen zur modernen Stadt“ im Museum Kleines Klingental in Kleinbasel, Unterer Rheinweg 26, dauert bis zum 3. März 2019. Geöffnet hat das Museum mittwochs und samstags von 14 bis 17 Uhr und sonntags von 10 bis 17 Uhr. Das Begleitprogramm zur Ausstellung finden Interessierte im Internet unter www.mkk.ch.

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