Basel Unterbrochene Lieferketten lassen Preise steigen

SB-Import-Eidos
 Foto: Michael Werndorff

Die Unternehmen in der Region Basel sind nach coronabedingt schwierigen Monaten gut ins Jahr gestartet. Der Ukraine-Krieg trübt nun aber die positive Grundstimmung. Herausforderungen sind neben unterbrochenen Lieferketten, hohen Rohstoffkosten und fehlender Planungssicherheit insbesondere die Inflation und der Fachkräftemangel, wie das Stimmungsbarometer der Handelskammer beider Basel (HKBB) zeigt.

Basel. Corona und der Ukraine-Krieg hätten die Welt verändert. „Trotz aller Unsicherheiten blicken die Unternehmen in der Region Basel aber weitgehend mit Zuversicht in die Zukunft“, fasst Andreas Meier, stellvertretender HKBB-Direktor die aktuellen Ergebnisse des Stimmungsbarometers im Frühjahr 2022 zusammen.

„Größte Sorge sind die allgemein steigenden Preise. Für mehr als die Hälfte der befragten Unternehmen ist die Inflation die größte Herausforderung, getrieben von der schwierigen Materialbeschaffung und Versorgungsengpässen. Sorge bereitet der Wirtschaft auch weiterhin der Fachkräftemangel.“

Inflation ist große Herausforderung

Unterbrechungen der Lieferketten ließen die Preise steigen und führten, trotz teilweise voller Auftragsbücher, zu Lieferengpässen bis hin zu Produktionsausfällen. Neben den weiterhin großen Engpässen bei Produkten aus China unterbreche nun zusätzlich der Ukraine-Krieg wichtige Versorgungsketten.

Besonders betroffen sind Elektronikteile, Stahl, holzbasierte Rohstoffe, Nahrungs- und Futtermittel sowie Öl, Gas, Strom und Treibstoffe, geht aus dem Bericht hervor. „Viele Unternehmen überdenken nun ihre Lieferketten, suchen Alternativen und neue Zulieferer, um in Zukunft weniger abhängig zu sein“, informiert Meier.

Energieintensive Branchen und Produktionsbetriebe seien massiv von steigenden Energiepreisen betroffen. „Handelt es sich dabei um Zulieferbetriebe im Ausland, trifft es die Schweizer Abnehmer gleichermaßen. Die hohen Treibstoffpreise spüren vor allem Logistik- und Transportunternehmen“, betont Meier. So macht in der Binnenschifffahrt der Diesel bis zu 50 Prozent der Transportkosten aus.

Direkt vom Ukraine-Krieg betroffen sind wenige, aber bedeutende international tätige Unternehmen der Region Basel mit Tochtergesellschaften oder Betriebsteilen in der Ukraine und in Russland. „Die beispiellose Tragödie in der Ukraine nimmt sie in eine nie dagewesene Verantwortung und Sorge um ihre Mitarbeiter, sowohl in der Ukraine als auch in Russland“, nennt Meier konkrete Auswirkungen.

Geschäftsbeziehungen sind schwierig

„Direkte Geschäftsbeziehungen zur Ukraine und zu Russland sind schwierig bis unmöglich. Voraus- oder Zwischenzahlungen in diese Länder sind vorderhand verloren. Lieferungen nach Russland werden eingeschränkt. Die Sanktionen müssen und wollen eingehalten werden. In den beiden Ländern realisierte Umsätze sind größtenteils schlagartig weggebrochen.“ Bei Geschäftsbeziehungen nach Russland stelle sich eine ethische Frage. Laufende Projekte würden gestoppt, neue gar nicht erst gestartet.

40 Prozent der Unternehmen berichten von einem guten Geschäftsgang. Das sind rund zehn Prozent weniger gegenüber dem Stimmungsbarometer im Herbst 2021. Weitere rund 40 Prozent sprechen von einem befriedigenden Geschäftsgang. Im Vergleich zur Vorjahresperiode weist ein Drittel der Unternehmen einen besseren und rund die Hälfte einen gleichbleibenden Geschäftsgang auf.

Für das kommende Halbjahr prognostizieren knapp 30 Prozent einen besseren und rund 60 Prozent einen gleichbleibenden Geschäftsgang. Der Detailhandel, der Tourismus, die Gastronomie und die Hotellerie sowie die Event-Branche beurteilen den Geschäftsgang am schlechtesten.

Für gut 40 Prozent der Unternehmen sei die Pandemie weiterhin eine Herausforderung, so die Umfrage. Viele Unternehmen beklagen Personalausfälle.

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