Basel Verkehr der Zukunft gestalten

 Foto: Juri Weiss

Basel - Der Ausbau des öffentlichen Personennahverkehrs, mehr Lebensqualität in Stadtquartieren und der effiziente Einsatz klimafreundlicher Mobilität: Der Kanton Basel-Stadt verfolgt in seinem verkehrspolitischen Leitbild viele Ziele und stellt dabei die Attraktivität des Lebens- und Wirtschaftsraums in den Mittelpunkt.

Die 45. Plenarversammlung des trinationalen Eurodistricts Basel (TEB) stand am Freitag ganz im Zeichen von Verkehr und Mobilität. In den vergangenen zehn Jahren hat der Stadtkanton einen Zuwachs von 10 000 Einwohnern und 15 000 zusätzlichen Pendlern verbucht, trotzdem hat der Individualverkehr in der Innenstadt nicht zugenommen, erklärte Simon Kettner vom Bau- und Verkehrsdepartement Basel-Stadt, der im Rahmen eines Referats das Leitbild vorstellte.

Bus-, Tram-, Rad- und Fußverkehr hätten das Bevölkerungs- und Pendlerwachstum aufgenommen. Das sei möglich, weil die Verkehrspolitik auf mehreren Säulen ruhe: einer dichten Siedlungsstruktur mit lebendigen Quartieren, die kurze Wege zwischen Wohnen, Arbeiten, Einkauf und Freizeit ermöglichen, auf Verkehrsmitteln, die den begrenzten städtischen Raum möglichst schonend beanspruchen, und auf einer effizienten Nutzung der bestehenden Infrastruktur.

Viele Projekte umgesetzt

Zahlreiche Projekte seien bereits umgesetzt worden, so unter anderem die grenzüberschreitende Tram 3 nach Saint-Louis und die Tram 8 nach Weil am Rhein und weitere Anschlüsse in die Agglomeration. Hierbei spiele das Agglomerationsprogramm als Planungs- und Finanzierungsinstrument, das einen Zeithorizont bis zum Jahr 2040 und 246 Millionen Franken umfasst, eine wichtige Rolle, sagte Agglo-Geschäftsführer Emanuel Barth.

Positive Bilanz

Im TEB-Gremium zog Kettler eine positive Bilanz: Das Amt für Mobilität habe wichtige Grundlagen erarbeitet wie etwa das Umsetzungsprogramm zum Teilrichtplan Velo und das städtische Güterverkehrskonzept. Die Verkehrsplaner hätten die Tramnetzentwicklung vorangetrieben und ganz konkrete Verbesserungen im Busnetz realisiert. Die Parkraumbewirtschaftung sei ebenfalls planmäßig umgesetzt worden, meinte Kettner.

Handlungsbedarf bestehe beim Ausbau der trinationalen S-Bahn, verwies Kettler auf die unterirdische Durchmesserlinie (Herzstück) zwischen Basel Badischer Bahnhof und Bahnhof SBB und die Bahnanbindung des EuroAirports sowie weiterer Trassen. Darüber hinaus gelte es, den motorisierten Verkehr zu kanalisieren und die Osttangente mittels Bau eines Rheintunnels zu entlasten.

In Sachen städtischer Güterverkehr, der gut 25 Prozent auf Basels Straßen ausmacht, rechnet der Kanton zukünftig mit großem Reduktionspotenzial, wozu das geplante trimodale Containerterminal (Wasser, Schiene, Straße) beitragen soll.

Effizienz steigern

In seinem Ausblick warf Kettler ein Schlaglicht auf die Elektromobilität: „Der Förderung von Elektrofahrzeugen kommt in den nächsten Jahren eine große Bedeutung zu.“ Beim Verkehr der Zukunft sei eine Rückkehr zur Effizienz zwingend, befand der Referent. Denn: „In 95 Prozent der Zeit steht ein Auto, außerdem ist es in der Regel nur bis zu 25 Prozent ausgelastet und somit nicht effizient.“

Vor dem Hintergrund einer weiter wachsenden Bevölkerung und Wirtschaft werden die Anforderungen an das Verkehrssystem zunehmen, und das unabhängig von E-Mobilität oder Verbrennungsmotor. Um hier gegensteuern zu können, müssen laut Kettler Sharing-Angebote unterstützt und gesteuert sowie Ladestationen ausgebaut werden. Während das Auto im ländlichen Raum eine effiziente Mobilität ermögliche, müsse in der Stadt auf ÖPNV, Rad- und Fußverkehr gesetzt werden.

Bauliche Verdichtung

Voraussetzung hierfür sei eine bauliche Verdichtung nach innen, denn nur so lasse sich die Stadt der kurzen Wege realisieren. Und: „Wir müssen in diesem Zusammenhang die Chancen der Digitalisierung nutzen“, befand Kettler.

Im Rahmen der Sitzung wurde ein Vorstoß zum Thema „Klimafreundlich unterwegs im TEB-Raum – ­Potentiale nutzen“ eingebracht.

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