Basel Völlig neues Konzert-Erlebnis

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Innovativ in vielen Bereichen: das Kammerorchester Basel Foto: Sandro Isler/Matthias Müller

Basel. Das Kammerorchester Basel hat ein neues Format entwickelt, das mit den etablierten Formen des klassischen Konzertbetriebs spielt, sie aufbricht und über sie hinausgeht. Im Konzertlaboratorium „Don Boscos Garden“ gesellt sich zur Musik ausgewählter Barockarien und zu Klassikern zeitgenössischer Musik eine elektronisch erweiterte Klanglandschaft, die visuell durch ein Licht- und Bühnenkonzept des Szenografen Thomas Giger erlebbar gemacht wird.

Kreativer Dialog mit anderen Künsten

Dieses neue Format geht nun in die zweite Runde: am Donnerstag, 9. Juni, um 20 Uhr. Ein drittes Konzert folgt im Herbst.

Ein neu gedachter Konzertraum, ein raumgreifendes Szenografiekonzept sowie experimentelle, elektronische Klänge hinterfragen die altbekannte Konzertform in einen kreativen Dialog mit anderen Künsten. So erfindet der Basler Szenograf und Lichtkünstler Thomas Giger den Konzertsaal „Don Bosco“ neu und erschafft einen flimmernden Erlebnisraum.

Der Medienkünstler Janiv Oron erzeugt im Zusammenspiel mit dem Cellisten Christoph Dangel und dem Kontrabassisten Stefan Preyer mit elektronischen Klängen Erweiterungen und Verunsicherungen, die vielleicht sogar altbekannte Arien von Händel auf ganz neue Weise hören lassen.

Zum Inhalt

Angelica, eine mittelalterliche Heldin, basierend auf den Frauenfiguren aus dem Versepos von Ariost, verschwindet im Laboratorium des Don Boscos Garden und irrt labyrinthisch auf der Suche nach sich selbst und ihren Gefühlen umher.

Die Sopranistin und Vokalperformerin Anne-May Krüger und die auf Barockmusik spezialisierte Sopranistin Giulia Semenzato dramatisieren die innere Gegensätzlichkeit von Angelica, die sich in den verschiedenen musikalischen Welten manifestiert und ergänzt: in Arien von Steffani bis Händel und in Klassikern der zeitgenössischen Musik wie „Aria“ von Cage und der „Sequenza III“ von Berio. Barocker Affekt und Virtuosität werden bespiegelt, fortgeführt und übersteigert.

Das Trio Dangel/Oron/Preyer trägt mit seiner experimentellen Musik dazu bei, die Ausdruckspalette zu erweitern, unter anderem mit einer Neufassung von Cage’s Fontana-Mix.

Welchen Weg wird Angelica in der Vereinigung von zeitgenössisch experimentellem und barockem Affekt aus diesem Labyrinth der so mannigfaltigen Ausdrucksmittel finden? Ist die Reflexion eine Konstante, die uns den Affekt besser verstehen lässt?

Don Boscos Garden lädt wieder zu einer sinnlichen wie irritierenden Entdeckungsreise ein. Die Seh- und Hörgewohnheiten des Publikums sind auf die Probe gestellt – eine neue, andere Perspektive auf das klassische Konzert, verspricht das Kammerorchester Basel.

Das Programm

Barockarien von Nicola Antonio Porpora, Bernardo Sabadini, Agostino Steffani, Luigi Rossi und Georg Friedrich Händel sowie Instrumentalmusiken von Giuseppe Torelli. John Cage „Aria“, Luciano Berio „Sequenza III“. www.kammerorchesterbasel.ch

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