Basel Vom Faustkeil bis zur Mustermesse

Die neue Dauerausstellung in der Barfüßerkirche zeigt Stationen der Basler Siedlungsgeschichte. Foto: Kanton Basel-Stadt: www.bs.ch/bilddatenbank

Basel - „Zeitsprünge“ lautet der Titel der neuen Dauerausstellung im zentralen Schiff der Barfüßerkirche. Sie umfasst rund 100 Originalobjekte, sechs Kurzfilmstationen zu den thematischen Schwerpunkten der Basler Stadtgeschichte und vier interaktive Medieninstallationen zur politischen und infrastrukturellen Siedlungsentwicklung.

Mit der neuen Dauerausstellung erhält das Thema Polit-, Gesellschafts-, Wirtschafts- und Sozialgeschichte wieder seinen festen Platz im Museum. Im Jahr 2006 war bei der Neueinrichtung der Barfüßerkirche der Schwerpunkt der Sammlungspräsentation vermehrt auf Kunstgeschichte gelegt worden. Mit „Zeitsprüngen“ beginnt ein Ausstellungsrundgang, der sich in fünf Kapitel gliedert. 50 Objekte vermitteln mit entsprechenden Erklärungen einen chronologischen Kurzabriss der Basler Siedlungsgeschichte.

Man sieht unter anderem einen Faustkeil aus der Urzeit vor rund 60 000 Jahren und endet mit einem Tram-Schild mit der Aufschrift „Mustermesse“, das auf das kürzlich Aus dieser Traditionsmesse hinweist.

Jüngere Stadtgeschichte

Die Ausstellungskuratorin Piller hat den Schwerpunkt zusammen mit Museumsdirektor Marc Fehlmann deutlich auf die jüngere Stadtgeschichte gelegt. Das zeigt sich vor allem im zweiten Kapitel der Ausstellung.

In diesem werden an sechs Stationen Themen beleuchtet, denen das Museum eine besondere Bedeutung für die Entwicklung und das Wesen der Stadt beimisst. Klar sei, dass die bestimmenden Aspekte Pharma-Standort, Migration und Kantonstrennung beziehungsweise Partnerschaft der beiden Basel da ihre Plätze haben, meint die Kuratorin während der Presseführung. Der omnipräsente FC Basel fehle da auch nicht.

Spezifischere Einblicke in die jüngere Geschichte Basels vermitteln daneben Filme zum Kampf um kulturelle Freiräume und zur Chemiekatastrophe in Schweizerhalle.

Die neue Dauerausstellung könnte laut Museum in absehbarer Zeit noch Zuwachs erhalten. Das Historische Museum hat Interesse angemeldet, die ausgedienten fünf Telefonkabinen auf dem Platz in die Sammlung zu integrieren. Noch ist deren Übernahme nicht definitiv unter Dach und Fach.

Piller sagte am Rande der Medienpräsentation der neuen Ausstellung, dass sie diese Kabinen als Hörstationen mit aktuellen Erzählungen aus der Bevölkerung bespielen wolle.

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