Basel Vom heiligen Nikolaus zu Santa

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Die Weihnachtsausstellung zeichnet ein differenziertes Bild vom heiligen Nikolaus. Foto: zVg

Alle Jahre wieder feiert das Spielzeug Welten Museum Basel die Adventszeit ausgiebig und zeigt sich mit weihnachtlich dekorierten Schaufenstern und einer Weihnachtsausstellung in besonderem Glanz. 2021 widmet sich die Ausstellung dem heiligen Nikolaus und seiner Entwicklung hin zu Santa Claus.

Basel. Sie präsentiert Sankt Nikolaus in vielen Formen und Farben: Einmal erinnert seine Kleidung noch an seinen Ursprung als Bischof von Myra, ein andermal trägt er ein grünes, braunes oder blaues Gewand mit weißem Pelz, wie es sich etwa für Väterchen Frost gehört. Viktorianischer Weihnachtsschmuck mit Santas, die in Heißluftballonen oder Zeppelinen eintreffen, ist ebenso zu bewundern wie weihnachtliche Bonbonnieren, die süße Geheimnisse bergen.

Kleine Besucherinnen und Besucher können ihr Santiglaus-Versli in der Ausstellung hinterlassen und erhalten einen Mal- und Rätselbogen. Und am 6. Dezember begrüßt Santiglaus persönlich die kleinen Gäste.

1500 Jahre fromme Verehrung, kitschige Verniedlichung, gnadenlose Vermarktung und pädagogische Vereinnahmung hat der große alte Mann mit dem roten Mantel und dem weißen Rauschebart bereits auf dem Buckel. Man kennt ihn unter unterschiedlichsten Namen beinahe auf der ganzen Welt: Santiglaus, Sinterklaas, Santa Claus, Nikolaus … Braven Kindern bringt er Geschenke, unartigen die Rute.

Dem Nikolaus-Brauchtum liegt eine lange Tradition zugrunde. Sie formt sich aus verschiedenen Elementen, verändert sich mit der Zeit. Ausgang nimmt sie von der Figur des heiligen Nikolaus, in der zwei historische Personen verschmelzen: die Bischöfe Nikolaus von Myra (4. Jahrhundert) und Nikolaus von Sion (6. Jh.) in der heutigen Türkei.

Laut Legende hat Sankt Nikolaus zahlreiche Wunder vollbracht: So besänftigt er einen Sturm, erweckt Tote zum Leben und bewahrt Frauen vor der Prostitution. Schon im Mittelalter wird er in Europa als Schutzpatron der Kinder verehrt.

Bis zur Reformation im 16. Jahrhundert bringt Nikolaus die Geschenke. Doch der neue Protestantismus lehnt die Heiligenverehrung ab. 1535 beschenkt in der Familie von Martin Luther noch Nikolaus die Kinder. Zehn Jahre später sind in den Rechnungen Ausgaben für den „heiligen Christ“ vermerkt. Aus ihm geht das Christkind hervor, das Nikolaus als Gabenbringer ablöst.

Im 19. Jahrhundert kehrt er in dieser Funktion zurück – nun aber in weltlicher Gestalt. Schon 1820 schreibt das Grimm’sche Wörterbuch von „Weihnachtsmann“ als „geschichtslosem Wort“, das mancherorts synonym für „Christkind“ stehe. August Hoffmann von Fallerslebens Lied „Morgen kommt der Weihnachtsmann“ belegt: 1835 bringt der Weihnachtsmann die Geschenke.

Schon im Jahrhundert davor gelangt Sinterklaas mit holländischen Auswanderern nach Amerika. Fern der Heimat verliert er seine religiösen Wurzeln: Aus Sinterklaas wird Santa Claus, der kaum mehr mit dem Bischof aus Myra zu tun hat.

 Weitere Infos finden Interessierte im Internet unter www.spielzeug-welten- museum-basel.ch. Die Ausstellung geht bis 13. Februar.

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