Basel Von Natur und Gefühlen schreiben

Philipp Probst ist Busfahrer bei den BVB und schreibt nebenher Romane und Kolumnen. Foto: zVg/Verlagshaus Schwellbrunn

Basel - Mit der Recherche kennt sich Journalist und Buchautor Philipp Probst bestens aus. Inspiration zum Schreiben seiner Texte gibt ihm sein derzeitiger Beruf als Busfahrer bei den BVB. „Das Fahren durch die Basler Straßen macht meinen Kopf frei für neue Ideen“, erklärt der Basler im Gespräch mit unserer Zeitung.

Bücher schreiben und als Busfahrer durch die Stadt kurven, stellen für Probst keinen Widerspruch dar. „Die klar geregelten Dienstpläne und längeren Pausen ermöglichen mir das kreative Schaffen auch während der Arbeit, zum Beispiel, während ich mich in ein Café setze.“ Dies gehe derzeit coronabedingt leider nicht mehr, und so schreibt er nun diszipliniert von zuhause aus, „auch wenn man dort schneller abgelenkt wird von den anderen täglichen Sachen, die man zu erledigen hat“.

Auf der Linie 30 ist Probst sehr gerne unterwegs. An der Feldbergstraße treffe man auf eine multikulturelle urbane Bevölkerung. Da gebe es immer etwas zu sehen. Auch die Linie 36, die sich durch ihre Streckenlänge auszeichnet und sich von der Schifflände über das Neubad, den Dreispitz und Badischen Bahnhof hin in die Langen Erlen erstreckt, sei einer seiner gern befahrenen Routen durch Basel.

Probst setzt auch privat auf den öffentlichen Nahverkehr: „Ich benutze sehr häufig den ÖV.“ In Basel und in der ganzen Schweiz gebe es mittlerweile einfach zu viele Autos. „Das macht keinen Spaß mehr, selber mit dem Auto unterwegs zu sein.“

Sein journalistisches Handwerk erlernte Probst nach der Ringier-Journalistenschule insbesondere während der Arbeit für die Basler Zeitung, den Blick und die Schweizer Illustrierte.

Große Faszination für das Schweizer Postauto

Dort war er als Reporter, Politikredakteur und Nachrichtenchef tätig. Vor 15 Jahren hing er dann diesen Beruf an den Nagel und wurde lieber Lkw-Fahrer. „Das war immer ein Bubentraum von mir“, gesteht der Autor. Schon damals sei er fasziniert gewesen vom Postauto, dem er oft beim Wandern mit den Eltern in der schönen Landschaft begegnet sei.

Die Begeisterung für das Lkw-Fahren habe er nie verloren. Auch während seiner Zeit als Journalist sei er als Hobby mit dem LKW unterwegs gewesen.

Doch das vertrug sich nicht sonderlich gut mit dem Romane schreiben. Dafür sei die zeitliche Belastung zu hoch gewesen. Er bewarb sich daher bei den BVB als Busfahrer. Dort wird er natürlich von einigen Fahrgästen wiedererkannt. Vor allem wegen seiner Kolumnen, die er noch für die Basler Zeitung schreibt. Oder von seinen Buchlesungen in einem Oldtimer-Tram, das während der jährlichen Basler Mobilitätswoche durch die Stadt fährt.

Die Schweiz mit seinen Bergen dient ihm immer wieder als Kulisse für die Abenteuer seiner Romanfiguren. „Wölfe“, der zweite Teil seiner Buchreihe „Die Reporterin“, ist im vergangenen November erschienen. „Meine Romanfigur Selma wohnt zwar in Basel. Sie reist aber beruflich zu verschiedenen Schauplätzen in der Schweiz, allesamt in der Bergwelt verortet, die ich in den Geschichten vorstellen möchte.“

Im ersten Roman der Reihe war es Gstaad, jetzt ist Selma in Engelberg, und der dritte Fall, an dem Probst gerade schreibt, wird im Engadin spielen. Seine Romane beschreibt er als eine Mischung aus Abenteuer, schöner Landschaft sowie ein bisschen Herz-Schmerz.

Die Natur bleibt ein zentrales Element

Die Natur ist für ihn beim Schreiben immer ein sehr zentrales Element. So kommt die Reporterin bei ihrer Reise in Engelberg wilden Wölfen sehr nahe. Inspiration tanken, tue er auch dann, wenn er draußen in der Natur ist, sofern er nicht am Steuer eines Busses sitzt. „Die Ideen für meine Romane gehen mir dabei nie aus.“ Seine Leser wird das freuen.

 Den Buchtrailer zu „Wölfe“ findet man unter https://www.philipp-probst.ch/die-reporterin/.

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