Basel Von Seebären und Frachtschiffen

Zahlreiche Schiffsmodelle der „Verkehrsdrehscheibe Schweiz“ begeistern seit Jahren Groß und Klein. Foto: zVg

Basel - Langsame Fahrt voraus: Nur noch wenige Meter trennen das Schiff von der Hafenmole. Für das Anlegemanöver ist Fingerspitzengefühl gefragt. Das können Besucher des Museums „Verkehrsdrehscheibe Schweiz“ im Schifffahrts-Simulator unter Beweis stellen.

Der Simulator – ein Höhepunkt der neu konzipierten Ausstellung –­ soll für das Publikum zehn bis zwölf Mal im Jahr zur Verfügung stehen. „Die Simulation wird eine bessere Optik besitzen, Darstellung und Geschwindigkeit werden auch optimiert“, zeigt sich Präsident Rolf Schlebach im Gespräch mit unserer Zeitung erfreut. Das seit 1954 existierende und in die Jahre gekommene Museum wird derzeit renoviert.

Die Lage könnte kaum trefflicher sein: Direkt am Westquai in Kleinhüningen befindet sich das kleine Museum, welches von einer privaten Initiative getragen wird und einen wichtigen Wirtschaftszweig am Rheinknie beleuchtet: die Logistik und der Verkehrsknotenpunkt Basel. Die Verkehrsdrehscheibe ist sogar das einzige Museum in der Nordwestschweiz, das sich den Themen Logistik und Transport auf Wasser, Schiene, Straße und Luft widmet.

Indes: Die Ausstellung war zuletzt in die Jahre gekommen, obwohl sie seit 1994 laufend mit neuen Inhalten erweitert wurde. Einige der Exponate mittlerweile renovierungsbedürftig oder müssen ersetzt werden. Und: Der Zustand des Gebäudes von 1953 galt als desolat und konnte nicht mehr weiterbetrieben werden. Kurzum: Die Ausstellung und das Gebäude dienten in keiner Weise mehr einem angemessenen Informations- und Empfangszentrum für Besucher des Hafens und des Museums, wie die Ausstellungsmacher erklären.

„Wir erneuern sowohl das Gebäude als auch die Ausstellung“, berichtet Schlebach. Dank zahlreicher Spenden von Stiftungen und Firmen wird das Gebäude komplett neu saniert, das heißt neue Lüftung, neuer Boden, Isolation und barrierefreie Einrichtung. Auch die Ausstellung wird neu aufgestellt und bekommt einen modernisierten Inhalt mit einer geeigneten Struktur.

Die Daten und die Präsentation seien komplett veraltet und unvollständig, verweist Schlebach auf fehlende Schiffe vergangener Jahrzehnte. Die neue Schau wurde deshalb unter anderem um Binnen- und Doppelschiffe ergänzt.

Ein Zeitstrahl, der die historische Entwicklung veranschaulicht, wurde ebenfalls aufgefrischt. „Dieser startet im 13. Jahrhundert und geht über die Entwicklung vom Dampfschiff bis hin zum Betrieb von Doppelschiffen und endet mit der aktuellen Logistik und Landesversorgung“, berichtet der Präsident. Zusätzlich werden weitere Transportwege wie Straße-, Bahn- und Flugverkehr abgebildet. Des Weiteren wird es im renovierten Museum ein kleines Kino geben, in dem Filme zu einzelnen Schiffen und Transportwegen gezeigt werden.

Mit Logistik-Berufen vertraut machen

Schüler und Studenten sollen im renovierten Museum auch auf ihre Kosten kommen: Sie können sich mit der Berufswelt rund um den Hafen und der Logistik vertraut machen. „Sie werden über die einzelnen Berufe aufgeklärt und können sich auch dafür bewerben“, berichtet Schlebach.

Ein weiteres Museumsangebot ist eine zweistündige Hafenführung in der Sommersaison: Teilnehmer erfahren geschichtliche Hintergründe, erleben einen Hafenrundgang, einen Besuch des Siloturms und eine Führung durch die Ausstellung. Schlebach nennt es „einen vertieften Einblick in die Hafenwirtschaft“.

Das Museum bietet Schiffsliebhabern nicht nur schöne Modelle, sondern auch Abwechslung und tiefe Einblicke in die Welt der Flussschifffahrt. „Wir zeigen unseren Besuchern, was gemacht wird, warum transportiert wird, wie man Güter von A nach B bringt, wie gearbeitet und gelebt wird“, erklärt Präsident Schlebach. „Das unterscheidet uns von anderen Museen dieser Art.“

Interessierte müssen sich noch bis zum 3. Juli gedulden. Dann soll es zur Wiedereröffnung einen Tag der offenen Tür geben, an dem die Besucher das neue Museum erkunden können.

 Weitere Infos gibt es unter www.verkehrsdrehscheibe.ch.

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