Basel Weiter auf Wachstumskurs

 Foto: Michael Werndorff

Basel - Der Pharmakonzern Roche hat gestern für eine kleine Sensation gesorgt. Nach einem überraschend starken ersten Quartal hat das Unternehmen seine Jahresprognose bereits angehoben – so früh im Jahr ist das eine große Seltenheit.

Mit der Umsatzentwicklung hat sich Roche erfolgreich gegen den negativen Einfluss durch Nachahmerprodukte gestemmt. Dabei brillierte der Konzern mit seinen neu eingeführten Mitteln. Sie haben zusammen mit den älteren Kassenschlagern in der Pharmasparte für ein Umsatzplus von zehn Prozent auf 11,9 Milliarden Franken gesorgt, wie Roche gestern mitteilte. Selbst die optimistischsten Analystenschätzungen hat der Konzern damit übertroffen.

Steigende Umsätze im zweiten Quartal

Im Bereich Diagnostics verharrten die Erlöse bei 2,9 Milliarden und blieben damit etwas hinter den Erwartungen von drei Milliarden Franken zurück. In einer Telefonkonferenz mit Journalisten machte der Spartenchef Michael Heuer hierfür vor allem Einmaleffekte verantwortlich. Schon mit dem bereits gestarteten zweiten Quartal gehe er von wieder steigenden Umsätzen aus.

Auf Konzernebene erzielte Roche damit einen Umsatz von 14,8 Milliarden Franken, ein Plus von neun Prozent. Die höchste Analysten-Schätzung hatte bei 14,5 Milliarden gelegen. Zu den Höhepunkten unter den neuen Mitteln zählt nach wie vor Ocrevus zur Behandlung von multipler Sklerose. Schon im ersten Quartal hat das Mittel die Umsatzmilliarde nur knapp verfehlt und bestätigte damit seinen Status. Nicht umsonst hat Konzernchef Severin Schwan das Mittel wiederholt als erfolgreichste Produkteinführung in der Unternehmensgeschichte bezeichnet. Aber auch das Krebsmittel Perjeta, das Immuntherapeutikum Tecentriq und Hemlibra zur Behandlung der Bluterkrankheit haben höhere Umsätze generiert als prognostiziert.

Alte Medikamente bewähren sich

Neben den neu eingeführten Medikamenten waren es aber auch die älteren Kassenschlager Herceptin, Avastin und Mabthera, die allesamt positiv überrascht haben. So hat etwa das Krebsmittel Avastin dank einer starken Nachfrage aus den USA und auch international in den ersten drei Monaten ein Umsatzplus von neun Prozent erzielt.

Höherer Umsatzdruck in den USA

Wie Schwan während der Journalistenkonferenz allerdings warnte, ist ab der zweiten Jahreshälfte gerade in den USA mit einem höheren Umsatzdruck durch sogenannte Biosimilars zu rechnen. Dennoch ist das Management zuversichtlich genug, um für das Gesamtjahr seine Ziele anzuheben: Zu konstanten Wechselkursen wird nun mit Verkaufswachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich gerechnet. Bislang hatte Roche hier eine Spanne von einem tiefen bis mittleren Wachstum angegeben.

Beim Kerngewinn je Titel wird zu konstanten Wechselkursen weiter ein Wachstum angestrebt, das weitgehend dem Verkaufsplus entsprechen soll. Damit ist letztlich auch die Gewinnprognose erhöht. Zudem ist Roche bestrebt, die Dividende in Schweizer Franken weiter zu erhöhen. Bereits so früh im Jahr hat Roche in den vergangenen 15 Jahren nur vier Mal seine Erwartungen erhöht. Analysten reagierten durchweg positiv auf die Zwischenbilanz. Bei Bryan Garnier sprach Eric Le Berrigaud gar von einem Feuerwerk, das Roche gezündet habe.

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