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Basel Wenn Objekte des Museums der Kulturen auf die Reise gehen

Maja Tolsdorf
Arbeiten mit den Objekten im MKB Foto: Museum der Kulturen

Es passiert nicht oft, dass Ausstellungsstücke zurückgegeben werden müssen. Aktuell werden aber einige von ihnen auf eine lange Reise vorbereitet. In der Reihe „Vor aller Augen“ geben Museumsmitarbeiter noch bis Ende Mai Einblicke in ihre Arbeit.

Museum zum Anfassen und Nachfragen gibt es in der Reihe „Vor aller Augen“ noch bis zum 31. Mai im Museum der Kulturen in Basel (MKB). Denn hinter jedem Objekt im Museum, verbergen sich Geschichten, die so entdeckt werden können. Denn dabei kann das Publikum im Museum hautnah mitverfolgen, wer wie an Projekten forscht und Fragen stellen. Denn die Mitarbeiter und Forscher haben ihre Arbeitsplätze in einen Ausstellungssaal verlegt. Viele interessante Gespräche seien so schon zustande gekommen, wie Museumssprecherin Andrea Masek auf Anfrage unserer Zeitung mitteilt. Noch bis 31. Mai wird am Projekt „Dambana, Sri Lanka“ gearbeitet, vom 27. Juni bis 21. Juli dann am Projekt „Hiva Oa, Französisch Polynesien“. Das ist das zweite Projekt der Reihe, die am 7. Mai gestartet ist. Das Projekt „Vor aller Augen“ soll auch im kommenden Jahr fortgeführt werden, im Februar ist Start mit der Benin-Sammlung.

Veddah Communities bitten um Rückgabe von Objekten

Am Projekt „Dambana, Sri Lanka“ wird derzeit gearbeitet, weil das MKB im November 2022 zwei Gesuche erreicht haben, die um die Rückgabe von 47 Objekten nach Dambana zu den Veddah Communities baten. Die Anfragen führten zu Herkunftsrecherchen der Gegenstände und einer Forschungsreise nach Sri Lanka. Gesammelt hatten diese 47 Dinge wie Gefäße, Pfeile, Bögen, Äxte, Grabstöcke, Feuerzeuge, Matten oder Schürzen einst die Basler Forscher Paul und Fritz Sarasin. Die beiden reisten ab 1883 wiederholt nach Britisch-Ceylon, um Natur und Bevölkerung zu untersuchen. Mithilfe von Kolonialbeamten gelangten sie zu Gruppen der Veddah, einem indigenen Volk, das sehr zurückgezogen lebte. In Gesprächen anlässlich der Forschungsreise im vergangenen Jahr verwiesen Vertreter der Regierung, der Veddah und zweier Universitäten auf die große Bedeutung, die die Objekte für die Gemeinschaften bis heute haben.

Foto: Omar Lemke

Das MKB kann nicht selbst über eine Rückgabe entscheiden, doch die Museumskommission , die Universität Basel und der Regierungsrat Basel-Stat haben ihre Einwilligung gegeben. Forscher und Mitarbeiter des MKB zeigen nun der Öffentlichkeit , worum es in diesem Projekt genau geht, was bisher unternommen worden ist, woran zurzeit gearbeitet und wie eine Rückgabe vorbereitet wird. Noch bis zum 31. Mai, arbeiten sie während der Öffnungszeiten des MKB, vor den Augen der Besucher. Sie dürfen, ja sollen sogar jederzeit gestört werden, teilt Andrea Masek mit. „Da wir explizit dazu auffordern uns anzusprechen, liegt die Konzentration mitunter auf den Gesprächen. Das ist allerdings keine Störung, sondern Teil der Arbeit, wenn wir im Hedi-Keller, Saal arbeiten,“ schreibt Anna Schmid auf Anfrage. Sie ist eine der Museumsmitarbeiterinnen, die im Rahmen des Projekts Einblicke gibt.

Depot mit 340 000 Objekten

340 000 Objekte zählt das Depot des MKB. Dass diese hin und wieder transportiert werden müssten, gehört zum Alltag des Museums. Rückführungen wie jüngst die Rückgabe von Objekten nach Dambana zu den Veddah Communities kämen laut Schmid aber nicht so häufig vor. In 18 Jahren habe sie lediglich mit zwei Restitutionen zu tun gehabt, eine davon ist das Projekt „Dambana, Sri Lanka“. So können die Besucher, die bei den Arbeiten zum aktuellen zuschauen wollen, auch die 47 Objekte bestaunen. Dazu können Dokumente eingesehen werden: Briefe, Tagebücher, Karteikarten, Fotografien, Verträge, Anträge und Publikationen.

Vor aller Augen

Das nächste Projekt
„Hiva Oa, Französisch-Polynesien“ beginnt am 27. Juni und dauert bis 21. Juli. 1932 reisten die Basler Lucas Staehelin und Theo Meier auf die Marquesas-Insel Hiva Oa, um eine Sammlung anzulegen. Mit Objekten aus dieser Sammlung und in Zusammenarbeit mit dem MKB soll eine Ausstellung vor Ort realisiert werden.

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