Basel Wie der  Mensch  die  Welt  formt

Von Dominique Spirgi

Basel. Mit der Ausstellung „Making the World“ gehen das Museum der Kulturen und das Kunstmuseum Basel in zwei Stationen der Frage nach, wie der Mensch die Welt geformt hat. Den Anfang macht das Museum der Kulturen mit „Gelebte Welten“.

Auf den ersten Blick bietet sich in den Ausstellungsräumen des Museums der Kulturen ein irritierendes Bild: Altmeistergemälde werden von einer großen Frauenfigur aus Papua-Neuguinea betrachtet, eine Gruppe von Milchtrichtern für den Schweizer Alpsegen hängt neben einer rotierenden Rondelle mit indonesischen Schattenfiguren. Die Bilder und Objekte scheinen nicht zusammen zu passen.

Über die Erkenntnisse der Menschen

Und doch zielen die Werke im inhaltlichen Grundsatz in dieselbe Richtung. Kooperationen zwischen ethnologischen Museen und Kunsthäusern seien nicht neu, sagte Richard Kunz, Südostasien-Kurator des Museums der Kulturen an einer Medienführung. Aber anders als oft gesehen wurden die Objekte aus dem westlichen Kunstkosmos und den anderen Kulturen hier nicht nach formalen, sondern nach rein inhaltlichen Kriterien zusammengestellt.

Inhaltlich geht es um die in Bildern und Gebrauchsobjekten festgehaltenen Erkenntnisse der Menschen, was die Welt ausmacht und wie sie durch sie geformt wird. Und da offenbaren sich auf den zweiten Blick doch Parallelen: Etwa bei der Gegenüberstellung einer balinesischen Darstellung und eines niederländischen Altmeistergemäldes, die beide in höchst unterschiedlichen Stilen die versuchte Bändigung des chaotischen Kosmos zum Inhalt haben.

Hin und wieder offenbaren sich aber auch formale Entsprechungen. Etwa bei der Gegenüberstellung einer geheimnisvollen Stabkarte aus Mikronesien mit dem Gemälde „Reicher Hafen (ein Reisebild)“ von Paul Klee. Mit etwas Fantasie ließe sich das filigrane Stabgebilde aus Mikronesien als dreidimensionale Umsetzung von Klees Komposition interpretieren. Bodo Brinkmann, Altmeisterkurator des Kunstmuseums, bezeichnete die Stabkarte denn auch als „wundervolles Kunstwerk“.

So offenbart die Ausstellung trotz der großen stilistischen und formalen Kontraste immer wieder auch überraschend stimmungsvolle Konvergenzen: so auch bei der Gegenüberstellung von Barnett Newmans berühmtem monochromen Gemälde „The Day Before One“ und dem nigerianischen Indigo-Textilbild „adire eloko“, die wie dafür gemacht zu sein scheinen, nebeneinander zu hängen.

Zweiteilige Kooperation der Museen

Die Ausstellung „Making the World“ ist eine zweiteilige Kooperation der Museen, die offensichtlich großen Gefallen an den jeweils anderen Sammlungen gefunden haben. Im Museum der Kulturen geht es bis am 22. Januar 2022 um „Gelebte Welten“. Das Kunstmuseum wird ab 27. November mit „Spirituelle Welten“ nachfolgen.  bis 22. Januar 2022

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