Basel „Wir holen uns die Innenstadt zurück“

Die Oberbadische, 13.06.2018 22:00 Uhr

Von Gerd Lustig

Das Motto des „Imagine Festivals“ lautete „Wir holen uns die Basler Innenstadt zurück“. Mittlerweile hatte das auf 35 jüngere Leute angewachsene Orga-Team eine der größten zweitägigen Veranstaltungen in der Stadt am Rheinknie die Jugend und alle, die sich jung und der Jugend verbunden fühlen, zum 17. Mal eingeladen. Und – abgesehen von ein paar Regenpausen am Abend – bebte der Stadtkern rund um Theater- und vor allem Barfüßerplatz. Sprachengewirr und ein Stelldichein der Kulturen charakterisierten die Szene unter freiem Himmel. Wer Chillen wollte, bevorzugte eher das Areal rund um den Klosterhof, wer Party und es laut haben wollte, für den war der „Barfi“ geradezu Pflicht. Und das ganze Besondere dabei: Alles durfte bei freiem Eintritt genossen werden.

Auch dieses Jahr präsentierte sich das „Imagine Fest als ein Ort mit internationalen Durchstartern und lokalen Newcomern. „Gemeinsam setzen wir ein Zeichen für Vielfalt und Jugendkultur im Herzen der Stadt“, so die Kernbotschaft der Organisatoren.

Zum ersten Mal fand das beliebte Festival an drei Standorten statt. Während auf dem Barfüßerplatz die Gitarren und Keyboards heulten und loslegten, zeigte sich hinter der Barfüßerkirche das Klosterhofgelände zum Verweilen und Flanieren bei gemütlicher Atmosphäre. Und derweil durfte im Imagine Pärkli“ beim Theaterplatz intensiv in die in diesem Jahr ausgewählte Thematik eingetaucht werden. Das Thema der kulturellen Aneignung wurde vielfältig und facettenreich beleuchtet und diskutiert. Wer wollte, durfte zudem der Umwelt was Gutes tun bei der Kleidertauschbörse. Die erfreute sich großer Beliebtheit und war stark frequentiert. Ein wesentliches Ziel der Trägerorganisation „terre des hommes“ Schweiz ist es, die Informations- und Sensibilisierungsarbeit in der Schweiz mit der Arbeit im Süden der Welt zu verknüpfen.

Ziel von „Imagine“ ist es, die Selbstbestimmung und Selbstverantwortung sowie die gesellschaftliche Beteiligung von Jugendlichen zu stärken und zu fördern. Sensibilisiert werden soll mit Projekten zu den Themen Rassismus, soziale Ausgrenzung und Gewalt. Aufgezeigt werden sollen Lösungsansätze im Kontext der eigenen Geschichte und Kultur.

Vor allem ist es aber die Musik, die bei „Imagine” im Vordergrund steht und wegen der die meisten Besucher kommen. Im Mittelpunkt steht dabei natürlich die große Bühne am Barfüßerplatz, wo die Protagonisten variantenreich und in allen Musikgenres für Stimmung und Unterhaltung sorgten. Hier gaben sich die internationalen Stars von morgen die Ehre, zu hören gab es aber auch das Beste, was die lokale Musikszene zu bieten hat. Ob „Weird Fishes“, „Ätna“ oder „Phlake“ oder ob „47Soul“, „Leoniden“, „Šuma Čovjek“, „Noah Slee“ und „Max Apollo“: Da war für jeden Musikgeschmack was dabei.

Mit illustrem Programm wartete auch der Theaterplatz auf. Dominik J. Richter präsentierte Techno live mit Didgeridoo und Cajon. Maurice Koller hatte einen Poetry Slam parat. Und weiterhin sorgten das Theater Niemandsland sowie zahlreiche junge Autoren mit Lesungen für einen willkommenen Mix.

Dazu gab es dann das Kontrastprogramm im Klosterhof, der sich ganz im Sinne einer Begegnungszone zeigte und als Rückzugsmöglichkeit für die Besucher diente. Tagsüber gab es Livemusik, und nebenbei konnte man einen Kaffee, ein Bier, Prosecco, Softgetränke und auch Kuchen genießen. Auf gemütlichen Stühlen, Sesseln und Sofas durfte nach Herzenslust gechillt werden.