Basel Konjunktur rappelt sich auf

Michael Werndorff/sda
Ein starkes Zugpferd: Die Pharmabranche in Basel. Foto: zVg/Roche

Nach den Verwerfungen im Jahr 2020 hat sich die Lage auf dem Basler Arbeitsmarkt im Verlauf des vergangenen Jahres verbessert, wie vom Statistischen Amt in Basel zu erfahren ist. So war die Arbeitslosigkeit zuletzt rückläufig und nur leicht höher als vor der Pandemie.

Von Michael Werndorff/sda

Basel/Bern. Das statistische Amt in Basel hat eine klare Botschaft: Die Schweizer Wirtschaft ist auf Kurs und hat sich von der Krise erholt, lautet die Bilanz für das vergangene Jahr. Nachdem das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Jahr 2020 um 2,4 Prozent gesunken ist, meldete das Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) für die ersten drei Quartale ein BIP-Wachstum von 4,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

„Auch die Arbeitsmarktindikatoren liefern Anzeichen einer Erholung im bisherigen Jahresverlauf“, so das Statistische Amt. Die Beschäftigung in der Schweiz nimmt wieder zu. Die Arbeitslosigkeit im Stadtkanton hatte vor genau einem Jahr mit rund 4500 registrierten Arbeitslosen und einer Quote von 4,4 Prozent einen Höchstwert erreicht, während sie vor rund einem Monat bei 3,3 lag, was nur leicht höher ist als vor der Pandemie. Auch die Zahl der im Stadtkanton registrierten Stellensuchenden ist laut Statistik rückläufig.

Ende November 2021 lag sie mit 5600 Personen um rund 14 Prozent unter dem Vorjahresniveau, jedoch um elf Prozent höher als im Februar 2020, wie aus dem Zahlenwerk hervorgeht.

Weniger Kurzarbeit

In Sachen Kurzarbeit war zuletzt eine sinkende Tendenz feststellbar: Nach dem historischen, rasanten Anstieg der Kurzarbeitsanträge in der ersten Corona-Welle – im April und Mai 2020 wurden für etwa 90 000 Arbeitnehmer Anträge gestellt – gingen diese im Herbst 2020 zurück, um in der zweiten Welle erneut zu steigen, wie das Statistische Amt berichtet.

So wurden zum Auftakt des vergangenen Jahres Anträge für mehr als 50 000 Arbeitnehmer gestellt. Im März flaute die Antragswelle ab und betraf vor einem Monat noch rund 17 000 Personen, 1100 Betriebsabteilungen und insgesamt 1,3 Millionen Ausfallstunden. Die Kurzarbeit, die tatsächlich abgerechnet wurde, betraf in der ersten Welle bis zu 60 000 Arbeitnehmer, in der zweiten Welle waren es nur noch die Hälfte. Im vergangenen August wurde laut Bericht Kurzarbeit für 3200 Arbeitnehmer abgerechnet, was zehn Prozent der eingegangenen Anträge entspricht.

Laut Beschäftigungsstatistik hat die Anzahl Beschäftigter im Aargau und den beiden Basel im dritten Quartal 2021 zugenommen, und dies nach fünf negativen Quartalen in Folge.

Schweizweit zeigen sich die großen Arbeitgeber optimistisch: Einer Umfrage zufolge wollen im laufenden Jahr 30 von 89 befragten Großfirmen die Zahl ihrer Arbeitsplätze ausbauen. Nur vier stehen vor einem Stellenabbau, der große Rest rechnet mit einer stabilen Stellenzahl, wie die „SonntagsZeitung“ unter Berufung auf Firmenangaben berichtete.

Mehr Jobs aufgebaut

Bereits 2021 hatten der Umfrage zufolge die Firmen unter dem Strich mehr Jobs auf- als abgebaut. Nun soll demnach 2022 ein noch besseres Jahr folgen. Nicht befragt bei der Stellenumfrage wurden die öffentlichen Verwaltungen, Verkehrsbetriebe, Krankenhäuser und die Kantonalbanken. Größter Jobmacher im neuen Jahr wird laut der Analyse der Flugabfertiger Swissport. Er will 850 neue Beschäftigte einstellen. Das würde den größten Stellenaufbau in der Geschichte des Unternehmens bedeuten. Auch die Flugzeugwartungsfirma SR Technics will 150 neue Stellen schaffen.

Viele neue Arbeitsplätze wird es unter anderem bei den SBB, der Post und im Einzelhandel geben. Und Migros hat mehr als 1600 Stellen ausgeschrieben. Die Zahl der offenen Arbeitsplätze war schweizweit zuletzt mit knapp 233 000 auf einem Rekordstand.

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