Basel Wissen, wo Lebensmittel herkommen

Die Herkunftsangaben auf Lebensmitteln entsprechen nicht immer der Wahrheit. Foto: dpa/David Hecker

Basel (sda). Botaniker der Universität Basel haben eine Methode entwickelt, um betrügerische Angaben zur geografischen Herkunft von Lebensmitteln zu entlarven. Das forensische Instrument beruht auf der Analyse von Sauerstoffisotopen.

Durch falsche Angaben zum geografischen Ursprung von Lebensmitteln entsteht jährlich ein wirtschaftlicher Schaden von 30 bis 40 Milliarden Dollar (rund 28 bis 37 Milliarden Franken). Denn vermeintliche Aprikosen aus der Schweiz etwa lassen sich teurer verkaufen. Um den Betrug aufzudecken, stützen sich Experten unter anderem auf die stabilen Sauerstoffisotope in den Lebensmitteln – den sogenannten Delta-O-18-Wert, wie sie im Fachmagazin „Scientific Reports“ schreiben. Denn Temperatur, Niederschlag und Verdunstung schlagen sich auf dieses Maß nieder, wodurch sich die geografische Herkunft der Lebensmittel bestimmen lässt.

Einfacher, schneller und günstiger

Weil dafür aber große Mengen an Referenz- und Vergleichsdaten gesammelt werden müssen, war dieses Verfahren bisher aufwändig und kostspielig, wie die Universität Basel jüngst mitteilte. Die Basler Botaniker entwickelten nun ein auf Wetterdaten und Informationen zur Wachstumszeit einer Pflanze basierendes Computermodell, mit dem sie das Sauerstoffisotopenverhältnis in Pflanzen simulieren können.

So lassen sich den Forschern zufolge herkömmliche Anwendungen von stabilen Isotopen vereinfachen, beschleunigen, verbessern und ermöglichen genaue und präzise Zuordnungen der Herkunftsregionen. Die Probe aufs Exempel machten sie anhand eines elfjährigen Delta-O-18-Referenzdatensatzes für europäische Erdbeeren, heißt es in der Mitteilung.

Die Herkunft von Drogen aufdecken

„Mit geringfügigen Anpassungen der Parameter kann unser Modell zur Bestimmung aller pflanzlichen Produkte genutzt werden“, lässt sich der Basler Professor und Mitautor der Studie, Ansgar Kahmen, in der Mitteilung zitieren. Laut der Universität Basel dürfte das Modell nicht nur in der Lebensmittelforensik eingesetzt werden, sondern auch in Ermittlungsarbeiten unterstützen, um die Herkunft konfiszierter Drogen zu bestimmen. Auch Naturschutzorganisationen wie WWF oder Greenpeace könnten sich auf das Modell berufen, um Holz aus illegalen Quellen zu entlarven.

  • Bewertung
    0

Umfrage

reg_0210_Impfung_dpa_Christoph_Soeder

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hal vorgeschlagen, die „epidemische Notlage von nationaler Tragweite“ Ende November zu beenden. Was halten Sie davon? 

Ergebnis anzeigen
loading