Basel Wölfe im Tierpark Lange Erlen gewöhnen sich gut ein

Maja Tolsdorf
Seit etwas mehr als einem Monat leben Wölfe im Tierpark Lange Erlen in Basel. Foto: Tierpark Lange Erlen

Es wird wohl noch dauern, bis den drei Wölfen im Tierpark Lange Erlen Basel ihre neues Gehege zur Heimat wird. Zwölf Jahre hat er Erlen-Verein davon geträumt, im Tierpark Lange Erlen Basel einmal Wölfe zu beherbergen.

Die Wölfe sind los, seit dem 8. April auch im Tierpark Lange Erlen in Basel. Offiziell eingeweiht worden ist der erste Abschnitt des neuen Wolfsgeheges am 19. April. Nach etwa einen Monat haben sich die drei Wolfsmännchen schon etwas eingelebt, doch das sei insgesamt ein Prozess, für den es Zeit brauche. „Die Wildtierhaltung braucht eine Riesengeduld“, sagt Tierparkleiter Bruno Ris auf Anfrage unserer Zeitung. Doch sie kämen problemlos an Futter und reagierten nicht gestresst auf die Besucher. Die drei Wolfmännchen seien vor nicht ganz einem Jahr im Tierpark Langenberg bei Zürich geboren worden, deshalb sei das Leben im Tierpark für sie keine ganz neue Situation.

Zwölf Jahre lang war es ein Traum

Bis es so weit war, dass die ersten Wölfe einziehen können, hat aber auch der Erlen-Verein Zeit und Geduld gebraucht, denn zwölf Jahre habe man davon geträumt, einmal Wölfe zu beherbergen, wie es im Film von Telebasel auf der Webseite des Tierparks heißt. Ebenso ist im Film zu erfahren, dass die artgerechte Haltung von Wölfen eine Herausforderung ist. Doch auch bei anderen Tierarten ist diese Konzept. Deshalb seien die Gehege so gebaut, dass sie den Tieren Raum geben, sich vor den neugierigen Augen der Besucher auch zurückziehen zu können. „Bei uns gibt es keine Tiere auf dem Präsentierteller“, sagt Ries. Deshalb bräuchte es auch einige Minuten Zeit, um die Wölfe betrachten zu können. Der Tierparkleiter bedauert, dass sich die Menschen zunehmend weniger Zeit dafür nähmen.

Artgerechte Tierhaltung im Mittelpunkt

Und weil die artgerechte Tierhaltung im Mittelpunkt steht, wird auch der Baufortschritt des Wolfsgeheges wohl noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Denn kürzlich eingeweiht wurde zunächst der erste Abschnitt des etwa 5000 Quadratmeter zählenden Wolfsgeheges mit seinen drei Teilen: einem Waldteil, einem Mittelstück und einem Auengebiet. Auch eine Zwingeranlage gehört dazu, die der Tierpark zum Füttern nutzt, um diese für die Wölfe mit angenehmen Dingen zu verknüpfen. Denn diesen Teil des Geheges braucht es, wenn die Raubtiere geimpft oder untersucht werden müssen.

Teile des Geheges unterirdisch miteinander verbunden

Erreichen können die Männchen die drei bisherigen Teilbereiche ihres Geheges unterirdisch über Rohre, ohne die Besucherwege kreuzen zu müssen. Der Parkausbau hat beim Thema „Auenlandschaft mit integrierter Wolfsanlage“ aber noch einen zweiten Abschnitt, der das Gehege auf etwa 6000 Quadratmeter ausbauen soll. Derzeit wird die Etappe B geplant. Wann mit dem Bau begonnen werden kann, hänge laut Parkleiter Ris davon ab, wann das dafür benötigte Geld beisammen sei. Denn der Erlen-Verein finanziere den Tierpark allein aus Spenden, die bereits jetzt für Etappe B gesammelt werden. Die Kosten für Etappe A betrugen rund zwei Millionen Schweizer Franken.

Das Tempo bestimmen die Wölfe

Die Wölfe im Gehege des Basler Tierparks Lange Erlen zeigen sich im Film auf der Webseite des Tierparks Basel eher scheu und vorsichtig. So benutzten sie noch nicht alle Teile der Anlage und seien gegenüber der Rohranlage als Verbindung der Parkteile misstrauisch. Doch auch das sei laut Ris ebenso typisch Wolf, der sich nicht in Situationen begibt, die ihm unbekannt sind, ohne zuvor beobachtet und getestet zu haben. Wölfe seien aber auch sehr schlau und könnten unterscheiden, ob etwas zu ihrem nutzen ist oder nicht. Tierparkleiter Ris sieht die Wölfe beim Eingewöhnen aber auf einem gutem Weg und weiß, dass „wir ihnen die Zeit lassen müssen.“ Das Tempo bestimmen also allein die Wölfe als neue Bewohner im Tierpark Lange Erlen.

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