Binzen „Allianz pro Kandertalbahn“ bilden

Die Akteure der Veranstaltung zur Reaktivierung der Kandertalbahn: (von links) Friedrich Resin, Irene Knauber, Andreas Schwartz, Josha Frey und Gerhard Zickenheiner. Foto: Rolf Rhein

Binzen - Es ist viel gesagt worden in letzter Zeit über die Reaktivierung der altehrwürdigen Kandertalbahn zu einer modernen S-Bahn. Was sich dabei herauskristallisiert, ist ein breiter Konsens über dieses Vorhaben als wichtiges Zukunftsprojekt für die Region.

Dabei sind die Umsetzungsoptionen noch völlig offen. Um diese und weitere Fragen zu erörtern, hatte Josha Frey, Landtagsabgeordneter der Grünen, am Montag alle Interessierten zu einer Diskussionsveranstaltung in den Hauptsitz der Firma Resin in Binzen eingeladen. Gastreferenten waren Andreas Schwartz, Fraktionsvorsitzender der Grünen im Landtag, Peter Oehler, Ingenieur und Mitglied der IG Pro Kandertalbahn, sowie Irene Knauber, Verantwortliche für die Wasserstoffanlage der Energiedienst AG in Wyhlen.

Gastgeber Friedrich Resin freute sich über die zahlreichen Besucher, unter denen sich mehrere Mandatsträger aus Bundes-, Landes- und Kommunalpolitik befanden.

Frey fand, die 20 Jahre, in denen man sich nun schon mit dem Projekt „S-Bahn für das Kandertal“ beschäftige, seien genug. Die Zeit sei reif, das Vorhaben parteiübergreifend zu behandeln.

Schwartz meinte, die Stilllegung von Bahnstrecken in der Vergangenheit sei ein großer Fehler gewesen. Nachdem nun alle neu geschaffenen S-Bahnen im Land zu einer Erfolgsgeschichte geworden seien, sei es höchste Zeit, auch die Reaktivierung der Kandertalbahn als Alternative zum Auto auf den Weg zu bringen.

Das Verkehrsministerium erstelle zurzeit eine Studie, um herauszufinden, welche Bahnstrecken im Land Baden-Württemberg das Potenzial zur Reaktivierung haben. Darunter befinde sich auch die Kandertal-strecke und er, Schwartz, sehe da durchaus Möglichkeiten. Verkehrsminister Winfried Herrmann wolle die Studie noch vor Pfingsten vorlegen.

Ergebnis einer aktuellen Studie soll noch vor Pfingsten vorliegen

Auf die Frage einer Zuhörerin nach Fördermöglichkeiten meinte Schwartz, es gebe mehrere „Fördertöpfe“ in Bund und Land, die dafür in Frage kämen. Am besten sei es, mit allen interessierten Abgeordneten eine überparteiliche „Allianz pro Kandertalbahn“ zu bilden, um zu sehen, an welche Fördertöpfe man rankommt.

Oehler erörterte die nunmehr 124-jährige Geschichte der Kandertalbahn. Er sei, zusammen mit seinen Mitstreitern, der festen Überzeugung, dass heute alle Voraussetzungen erfüllt seien, um die Reaktivierung anzugehen. Da sich eine Elektrifizierung per Oberleitung wirtschaftlich nicht darstellen lasse und Dieselantrieb nicht mehr zeitgemäß sei, müsse man alternative Antriebe wie Wasserstoff oder Batterie in Betracht ziehen, so Oehler.

Irene Knauber erläuterte die Möglichkeiten des Wasserstoffs. Sie zeigte sich überzeugt, dass dieser die Zukunft des Antriebs für so gut wie alle Fahrzeuge ist. Die Funktionstests der Wasserstoff-Produktionsanlage der Energiedienst AG in Wyhlen sind abgeschlossen. Ab April geht die Anlage in den Probebetrieb, und ab Juni soll die Produktion im Normalbetrieb aufgenommen werden. Bereits jetzt, so Knauber, sei großes Interesse vorhanden, insbesondere für den Lkw- und Schienenbetrieb.

Schließlich wurden noch mehrere Statements zum Thema abgegeben. Gerhard Zickenheiner (MdB) sieht die enorme Wichtigkeit des Projekts und will sich im Bundestag dafür stark machen. Peter Völker und Markus Kern von der IG Pro Kandertalbahn, Martin Fischer, Weiler Stadtrat der Grünen, Albert Schmid, Urgestein der Lörracher SPD, sowie Ulrich May, Altbürgermeister von Binzen, sicherten ihre Unterstützung zu.

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