Binzen Binzener Stadtkern wird lebendiger

Weiler Zeitung
Derzeit ist der Bagger noch mit dem Abriss des ehemaligen Gebäudes gegenüber der Kirche beschäftigt.Foto: Zoë Schäuble Foto: Weiler Zeitung

Im historischen Ortskern der Gemeinde Binzen, Im Freihof 5, und damit gegenüber der evangelischen Laurentiuskirche, wird schon bald deutlich mehr Leben herrschen. Denn dort wird das Lörracher Architekturbüro „Steinröder Architekten“ in Zusammenarbeit mit Binzener Bauherren ein Mehrfamilienhaus mit acht Wohneinheiten sowie dazugehöriger Tiefgarage bauen.

Von Zoë Schäuble

Binzen. In der jüngsten Gemeinderatssitzung wurde besonders das befürchtete erhöhte Verkehrsaufkommen diskutiert, das mit dem Bau des Hauses einhergehen könnte. Trotz deutlicher Bedenken seitens der Räte Oliver Baumert, Frank Krumm und Ina Koska wurde dem Bauvorhaben mit knapper Mehrheit zugestimmt.

Stadtplaner Stephan Färber von der Stadtbau Lörrach hatte sich im Auftrag der Gemeinde Binzen mit dem Bauvorhaben auseinandergesetzt. „Das existierende Gebäude wird abgerissen und durch zwei Gebäude mit gemeinsamer Tiefgarage ersetzt.“ Beim Neubau wird die Nordfassade rund sechs Meter nach Norden rücken.

Große Baumasse

Die acht Wohnungen, die die Gemeinde vermieten will, werden sich auf zwei Vollgeschosse sowie ein Dachgeschoss verteilen. Färber: „Das Vorderhaus wird durch einen Kopfbau ergänzt, der deutlich niedriger und schmaler als der Hauptbaukörper ausfällt.“

Zudem werde dieser mit Holz verschalt, sodass er sich sowohl optisch als auch durch die verwendeten Materialien vom Hauptbaukörper absetzt. Insgesamt werden die Neubauten die umliegenden Wohngebäude um rund einen Meter überragen.

Als problematisch wurde von den Gemeinderäten neben dem erhöhten Verkehrsaufkommen auch der Standort eines so großen Gebäudekomplexes erachtet. Krumm: „Ein Gebäude in dieser Dimension mitten im historischen Ortskern bei der Kirche finde ich fragwürdig.“ Die planungsrechtliche Bewertung ergebe aber, so Färber, dass keine faktische Baugrenze existiere. „Die Gebäude halten einen ähnlichen Abstand von der Kirche als ortsprägendem Baukörper wie die westlichen Nachbargebäude Im Freihof 7 bis 9 ein.“ Überdies sei die geplante Bebauung hinsichtlich ihrer städtebaulichen Körnung mit dem Bestand vergleichbar, so die Einschätzung des Fachmanns.

An diesem Punkt knüpfte auch die Kritik Baumerts an, der die Größe der Baumasse missbilligte. „Aus ursprünglich einer Wohneinheit sind jetzt acht geworden“, sagte er. Obwohl man sich im Zuge des Raumkonzepts Kandertal 2040 auch auf eine moderate Verdichtung der zur Bebauung freigegebenen Flächen innerhalb der Ortskerne verständigt habe, empfand Baumert das Bauvorhaben als eine klare Abweichung vom ursprünglichen Bebauungsplan des Landratsamts.

Mehr Verkehr

Martin Weckerle und Ina Koska monierten das Verkehrsaufkommen. „Die Parkmöglichkeiten bei der Kirche und der Gemeindehalle sind ohnehin schon begrenzt – wenn die neuen Anwohner Besuch bekommen, wird die sowieso kleine Straße überlastet“, befürchtete Koska. Dass die nur schmal ausgebaute Straße einer zusätzlichen Belastung ausgesetzt werde, dem stimmte Färber zu. „Allerdings haben wir in Zusammenarbeit mit dem Fachbüro ,Fichtner Water und Transportation’ die Straße prüfen lassen. Die Erschließung ist für das Vorhaben ausreichend leistungsfähig.“

Aus Gesprächen mit dem Pfarrer der zur Laurentiuskirche gehörenden Pfarrei hätten sich keine Bedenken ergeben: „In mehreren Gesprächen zwischen dem Architekten und Vertretern der Gemeinde wurden die Kubatur und die Lage der Gebäude mehrmals angepasst. Der Entwurf entspricht den Vorstellungen“, wusste Färber zu berichten.

Was die Räte sagen

Nadja Lützel, Regina Barwich und Sigurd Hagen hatten gegen das Bauvorhaben nichts einzuwenden. Hagen: „Das Mehrfamilienhaus passt in das Areal und wird sich mit seiner Struktur gut in das Gesamtbild einfügen.“ Bürgermeister Andreas Schneucker erinnerte abschließend an die im Vorfeld ausführlichen Gespräche: „Wir haben ausreichend abgewogen und ich halte das Bauvorhaben für eine gute Lösung.“

Umfrage

Altkanzler Gerhard Schröder

Was halten Sie davon, dass Alt-Kanzler Gerhard Schröder SPD-Mitglied bleiben darf?

Ergebnis anzeigen
loading